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KurzfilmeTranskript
00:00Simon muss weiterhin im Gefängnis bleiben.
00:02Der Höftrichter hat den Antrag abgelehnt.
00:04Ich weiß über alles Bescheid.
00:06Ich habe mit Simon gesprochen.
00:07Und auch mit Frau Nowak.
00:08Gut, der Antrag wurde abgelehnt, aber...
00:12Simon müsste trotzdem
00:13in diesem Moment entlassen werden.
00:21Becker, packen Sie Ihre Sachen.
00:23Sie können gehen.
00:25Ich bin frei.
00:32Ich habe doch gerade mit Frau Nowak gesprochen.
00:34Sie hat genau das Gegenteil gesagt.
00:35Dann weiß ich es noch nicht.
00:37Was redest du da?
00:38Nora, wenn das jetzt ein Scherz ist, dann...
00:39Das ist es ganz sicher nicht.
00:40Woher willst ausgerechnet du wissen,
00:41dass Simon gerade entlassen wird?
00:43Weil ich dafür gesorgt habe.
00:46Wie wird...
00:46Du hast dafür gesorgt,
00:47dass Simon aus dem Gefängnis kommt.
00:53Ich habe mich der Polizei gestellt.
01:28Untertitelung des ZDF für funk, 2017
01:33Was hast du getan?
01:35Ich habe mich der Polizei gestellt
01:37und gesagt, dass ich gesehen habe,
01:38wie meine Mutter gestürzt
01:39und mit dem Kopf aufgeschlagen ist.
01:42Du hast gesehen, wie Annabelle gestürzt ist
01:44und trotzdem lässt du Simon dafür
01:45ins Gefängnis gehen?
01:45So hältst du mich für ein Monster?
01:47Ich habe das nur behauptet,
01:49um Simon zu entlasten.
01:50Wir wissen noch beide,
01:51dass er unschuldig ist.
01:52Ja, natürlich ist er das.
01:53Ja, und genau deshalb habe ich dafür gesorgt,
01:55dass er freikommt.
01:56Also, was hast du jetzt der Polizei genau erzählt?
01:59Also, Nora ist zur Manufaktur gefahren,
02:01weil sie dachte,
02:01Simon Becker könnte dort einbrechen.
02:03Aber als sie dort angekommen ist,
02:04war er schon da
02:04und hat sich mit Annabelle gestritten.
02:06Weil er den Vertrag stehlen wollte,
02:08den Annabelle angeblich
02:09mit seinem Vater abgeschlossen hat.
02:10Das hat er niemals geleugnet.
02:12Er hat nur bestritten,
02:12dass er sie gestoßen hat.
02:14Ja, aber das hat er doch auch nicht.
02:16Nora hat gesehen,
02:17wie die beiden im Streit
02:17auseinandergegangen sind
02:18und anschließend ist Annabelle gestürzt.
02:20Und warum hat sie keine Hilfe geholt?
02:21Das wollte sie doch,
02:22aber bevor der Krankenwagen kommen konnte,
02:23war schon die Polizei da.
02:25Dann ist sie einfach gegangen.
02:27Ja, ihr müsst doch klar gewesen sein,
02:28dass sie Simon Becker
02:29durch ihr Schweigen belastet.
02:30Und warum ist sie nicht
02:31schon viel früher zur Polizei gegangen?
02:32Sie stand unter Schock,
02:33ihre Mutter war verletzt.
02:34Oh ja, und das hast du ihr geglaubt, ne?
02:36Sophie, es ist nicht wichtig,
02:37dass ich ihr glaube,
02:38sondern dass die Polizei ihr glaubt.
02:39Und offensichtlich war
02:40ihre Aussage überzeugend.
02:41Na ja, sagen wir es mal so.
02:43Ihre Aussage deckt sich weitgehend
02:45mit allen anderen Aussagen,
02:46also insofern bleibt der Polizei
02:47nicht viel übrig,
02:48als ihr zu glauben.
02:49Ja, wir sind das Ganze
02:49auch einfach durchgegangen.
02:52Moment mal,
02:53hast du gerade Bier gesagt?
02:55Äh, du hast ihr geholfen?
02:56Ja, sie hat mich angerufen
02:57und um juristischen Beistand gebeten.
02:59Das glaube ich jetzt nicht.
03:02Ich dachte, du freust dich.
03:05Du dachtest, ich freue mich darüber?
03:07Ich habe gestern Henning geheiratet,
03:08schon vergessen
03:09und ganz umsonst, wie es aussieht.
03:10Sei doch nicht immer so egoistisch.
03:12Simon, komm frei,
03:13das ist doch eine gute Nachricht.
03:14Natürlich freue ich mich,
03:15dass Simon freikommt,
03:16aber es wäre schön gewesen,
03:17wenn dir diese glorreiche Idee
03:18ein bisschen früher gekommen wäre.
03:19Ja, gut.
03:22Aber das ist doch noch lange
03:23kein Grund, so undankbar zu sein.
03:26Undankbar?
03:26Ja.
03:27Was glaubst du,
03:28für wen ich das getan habe?
03:31Und jetzt willst du mir
03:32ein Ernstes einreden,
03:33du hättest das für mich getan?
03:34Natürlich.
03:36Sophie, dein Klient ist freigekommen,
03:38das müsste dich doch freuen.
03:39Vielen Dank, lieber Hagen,
03:40aber ich brauche keine Hilfe,
03:41um meinen wohlgemerkt unschuldigen Klienten
03:44aus dem Gefängnis zu holen.
03:45Und schon gar nicht
03:46mit irgendwelchen Kommenturen.
03:48Was soll das denn jetzt
03:49mit den Kommenturen?
03:50Na ja,
03:51sagen wir es mal so,
03:52wir wissen doch beide,
03:53dass Nora van Weiden
03:54ein recht eigenwilliges
03:56Verhältnis zur Wahrheit hat.
03:57Und wenn schon,
03:58wenn sie durch ihre Aussage
04:00zur Abwechslung
04:00mal was Positives bewirkt,
04:02dann kann uns das doch
04:02nur recht sein.
04:03Du begreifst wirklich
04:04gar nichts, oder?
04:05Doch,
04:06ich begreife,
04:06dass es dir wahnsinnig schwerfällt,
04:07einfach nur mal Danke zu sagen.
04:22Nora,
04:23weißt du schon,
04:24dass ich...
04:24Ja,
04:25ich bin gekommen,
04:25um dich abzuholen.
04:27Ich bin so froh.
04:28Ich auch.
04:30Allerdings habe ich keine Ahnung,
04:31wie es plötzlich dazu gekommen ist.
04:33Es hat sich eine Zeugin gemeldet,
04:35die gesehen hat,
04:35wie meine Mutter gestürzt ist.
04:36Du kannst es also gar nicht gewesen sein.
04:38Und wer ist diese Zeugin?
04:41Ich.
04:43Du?
04:44Du hast gesehen,
04:45wie deine Mutter gestürzt ist?
04:46Nein, natürlich nicht.
04:49Ich habe das nur behauptet.
04:50Ich war doch zu dem Zeitpunkt
04:51gar nicht in der Manufaktur.
04:53Ich konnte den Gedanken
04:54nicht länger ertragen,
04:54dass du hier unschuldig
04:55im Gefängnis sitzt.
04:56Du hast eine Falschaussage gemacht,
04:58um mich hier rauszuholen.
04:59Komm,
04:59ist nicht der Redewert.
05:00Nicht der Redewert?
05:02Ich verdammte dir meine Freiheit.
05:06Na gut, wenn man so will.
05:08Aber komm,
05:09lass uns da nicht weiter drüber reden.
05:10Das ist mir unangenehm.
05:12Wenn du es bei allen schaffest,
05:13noch zur Beerdigung deines Vaters.
05:14Wenn du mich zum Friedhof fangen könntest,
05:16wäre das großartig.
05:16Ich hatte schon Angst,
05:17dass ich es nicht mehr schaffe.
05:19Wenn du möchtest,
05:20begleite ich dich auch.
05:22Nora,
05:22das ist sehr nett von dir,
05:23aber ich glaube,
05:23ich möchte mit meiner Familie
05:24erst mal alleine sein.
05:42Na nur,
05:43so ganz allein?
05:45Ja,
05:46Luisa wollte noch etwas erledigen.
05:48Möchtest du auch etwas trinken?
05:50Danke.
05:51Und,
05:52wie fühlt man sich so
05:53als frischgebackener Ehemann?
05:55Och,
05:57gar nicht so viel anders als vorher.
05:59Man braucht eine Weile,
06:01um wirklich zu realisieren,
06:02was es tatsächlich bedeutet,
06:03verheiratet zu sein.
06:04Wahrscheinlich bist du noch ganz überwältigt.
06:07Ja,
06:07das wird es sein.
06:09Du sag mal,
06:10Henning,
06:11kannst du
06:13ein Geheimnis für dich behalten?
06:16Das ist meine Spezialität.
06:18Also,
06:19ich habe so das Gefühl,
06:20als sei eure Heirat
06:22nicht die letzte gewesen,
06:23die wir in diesem Hause feiern werden.
06:25So?
06:27Na ja,
06:28Richards Scheidung von Annabelle
06:29ist bald durch
06:30und dir wird ja nicht entgangen sein,
06:32dass wir,
06:32also,
06:33ich meine,
06:33dass Richard und ich
06:34uns in letzter Zeit
06:35wieder sehr nahe gekommen sind
06:36und da könnte es doch sein,
06:37das...
06:38Das ist ja eine Überraschung.
06:42Du siehst aber gar nicht überrascht aus?
06:44Nicht?
06:45Moment mal.
06:47Richard hat schon mit dir gesprochen,
06:49stimmt's?
06:51Ja.
06:52Vielleicht sind Geheimnisse
06:53doch nicht so meine Spezialität.
06:55Hab ich's doch geahnt.
06:56Er hat mich nämlich gestern
06:57hier zum Essen ins Gutshaus eingeladen,
06:59für heute Nachmittag.
07:00Und er hat gesagt,
07:01dass er
07:02etwas mit mir besprechen möchte.
07:05Dann lass dir nicht anmerken,
07:06dass du schon weißt,
07:07worum es geht.
07:07Ich werde mich ganz unwissend stellen.
07:11Dann wünsche ich dir
07:12einen wunderschönen Nachmittag.
07:13Danke denen.
07:16Den werde ich haben.
07:24Das Schlimmste,
07:24was Noah zu erwarten hat,
07:25ist eine Verwarnung
07:26oder eine kleine Geldstrafe,
07:27denke ich.
07:28Das würde ich so nicht sehen.
07:29Man könnte ihr
07:30unterlassene Hilfeleistung vorwerfen
07:31und immerhin ist durch ihr Schweigen
07:33ein unschuldiger Mensch
07:34ins Gefängnis gekommen.
07:35Sophie,
07:36Ihre Mutter ist schwer verletzt worden
07:37und liegt im Krankenhaus.
07:38Die Ärmste war wahrscheinlich
07:39ganz außer sich vor.
07:40Oh ja, wahrscheinlich.
07:42Wie wird man eigentlich
07:43so zynisch wie du?
07:45Bitte, ich soll zynisch sein?
07:47Und das sagt mir,
07:48der zynischste Mensch,
07:49der mir jemals...
07:49Sophie, das war ein Spaß.
07:52Mir wäre jetzt noch feiern zumute.
07:55Ich wüsste nicht,
07:56was wir beide zu feiern hätten.
07:58Na, zum Beispiel,
07:58dass ihr euch jetzt schon
07:59eine ganze Weile unterhaltet,
08:00ohne dass einer rausrennt.
08:03Also pass auf,
08:04ich mache dir einen Vorschlag.
08:06Wir werden weder
08:06auf die bedauernswerte Ausbildung
08:08des Rechtssystems anstoßen...
08:09Sehr witzig.
08:10...noch auf meinen
08:11verabscheulenswürdigen Beitrag dazu...
08:13Nimm dieser Satz auch
08:13irgendwann mal ein Ende.
08:15...sondern nur darauf,
08:16dass ein völlig Unschuldiger
08:17aus der Haft freigekommen ist.
08:18Und darauf wirst du ja wohl
08:19auch anstoßen wollen, oder?
08:22Also gut.
08:29Wo willst du hin?
08:30Ich will zu Simon.
08:31Er müsste jetzt zu Hause sein.
08:32Nee, da ist er nicht.
08:33Wieso, weißt du das?
08:34Weil ich ihn vorhin
08:35aus dem Gefängnis abgeholt
08:36und gleich zum Friedhof gefahren habe.
08:37Ich weiß, dass heute die Beerdigung ist.
08:38Es ist kein guter Tag,
08:39um die Familie zu stören.
08:40Ich will auch niemanden stören,
08:41aber ich will Simon sehen,
08:42jetzt wo er frei ist.
08:43Klar, aber ich glaube nicht,
08:45dass sein Anblick erwünscht ist.
08:47Seine Mutter hat ja doch gesagt,
08:48dass sie dich nicht mehr sehen will.
08:49Deshalb will ich ja so schnell
08:50wie möglich mit Simon sprechen.
08:51Du willst ihm alles erzählen.
08:53Es gibt keinen Grund mehr zu schweigen,
08:54dann würde auch Marianne verstehen,
08:56warum ich so gehandelt habe.
08:56Aber doch nicht ausgerechnet heute,
08:58an dem Tag, an dem sie ihren Mann beerdigt,
09:00für dessen Tod du verantwortlich bist.
09:01Ich weiß, dass ich schuld bin.
09:02Das musst du mir nicht dauernd erzählen.
09:03Entschuldige, das habe ich so nicht gemeint.
09:04Ich will doch auch nur,
09:05dass ihr euch wieder versöhnt.
09:06Aber wenn du jetzt den falschen Zeitpunkt willst,
09:08dann wird alles nur noch schwieriger.
09:09Je länger ich warte,
09:10desto länger glaubt Simon,
09:11dass ich mich von ihm abgewandt habe.
09:12Okay, gut.
09:14Gehen wir mal davon aus,
09:15dass er dich überhaupt sehen will.
09:16Natürlich will er mich sehen.
09:17Während er in seinem Fluchtversuch
09:18hat er versucht, mich zu treffen.
09:20Was willst du ihm dann überhaupt sagen?
09:22Die Wahrheit natürlich.
09:26Gut.
09:28Ich würde es in einer Stelle nicht tun.
09:40Hallo, Simon.
09:41Ich komme gerade vom Friedhof.
09:44Du bist frei?
09:45Was ist denn passiert?
09:46Erzähle ich euch später.
09:47Wo ist Mutter?
09:48Das wissen wir nicht.
09:50Sie hat sich vor ein paar Stunden
09:51Papas Urne vom Beerdigungsinstitut geholt
09:53und seitdem ist sie verschwunden.
09:55Und ihr habt keine Ahnung,
09:56wo sie sein könnte.
09:57Wir haben schon überall gesucht,
09:58auf dem Friedhof.
09:59Wir haben das ganze Grundstück abgesucht.
10:00Das Problem ist,
10:02wenn sie die Urne nicht zurückbringt,
10:03dann muss der Bestattte sie der Polizei melden.
10:05Und wann habt ihr sie das letzte Mal gesehen?
10:07Ich heute noch gar nicht.
10:08Ich auch nicht.
10:09Sie muss das Haus sehr früh verlassen haben.
10:11Und du, hast du sie das letzte Mal gesehen?
10:12Gestern irgendwann.
10:13Und in welcher Verfassung war sie?
10:15Ach, keine Ahnung.
10:16Wie, keine Ahnung?
10:16Du solltest dich doch um sie kümmern.
10:17Ja, das brauchte ich aber nicht.
10:18Das hat schon jemand anderer getan.
10:20Was soll das denn heißen?
10:21Ja, was wohl?
10:21Dass sie die ganze Zeit mit Tobias zusammen war.
10:23Ach Gott, das stimmt doch jetzt so aus.
10:24Du warst doch gar nicht da.
10:25Woher willst du es wissen?
10:26Jetzt lass uns erst mal Mutter suchen
10:27und dann sprechen wir über alles.
10:29Ist sie mit dem Wagen gefahren?
10:30Nee, der Wagen steht noch vor der Tür.
10:32Gut, dann kann sie ja nicht weit sein.
10:34Es sei denn, sie hat ein Taxi genommen.
10:40Auf die Freiheit.
10:41Auf die Freiheit.
10:47Weil wir gerade bei Freiheit sind.
10:49Weißt du schon, was du machen wirst,
10:51wenn die Scheidung zwischen Richard und Annabelle durch ist?
10:54So weit habe ich noch gar nicht gedacht.
10:57Ich meine, beruflich
10:58bindet dich an Falkenthal ja nicht mehr sehr viel.
11:01Das ist richtig.
11:04Vermutlich wirst du nach Rom gehen.
11:06Ja.
11:08Vermutlich.
11:12Immer noch die Kanzlei für Menschenrechte?
11:14Mhm.
11:16Immer noch.
11:18Davon hast du ja immer geträumt.
11:20Ja.
11:21Genau davon habe ich immer geträumt.
11:26Ja.
11:28Ja.
11:32Okay.
11:34Ich muss los.
11:36Danke für das Wasser.
11:40Gern geschehen.
11:56Was war das denn?
11:58Kleine Stilübung in Sprachlosigkeit?
12:01Siegesfeier mit Mineralwasser.
12:03Elsa.
12:04Und warum hast du sie nicht gefragt,
12:06ob sie dich nach Rom mitnimmt?
12:07Ach, Elsa.
12:08Weil sie das offensichtlich nicht will.
12:10Sonst hätte sie ja wohl von sich aus irgendwas gesagt.
12:12Ach, klar.
12:13Logisch.
12:17Haben Sie vielen Dank.
12:18Und?
12:19Der Taxifahrer der Mutter am Berligungsinstitut abgeholt hat,
12:21hat gesagt, dass er sie am See abgesetzt hat.
12:24In der Nähe von deinem Hausboot.
12:25Ja, worauf warten wir noch?
12:26Komm.
12:28Simon, ich kann leider nicht mitkommen.
12:30Ich muss zurück in die Manufaktur.
12:32Ja.
12:32Vielen Dank, dass Sie da waren.
12:34Aber ich bin sehr froh, dass Sie wieder frei sind.
12:36Danke.
12:37Ich auch.
12:45Sind die anderen Trauergäste schon nach Hause gegangen?
12:48Es gab keine anderen Trauergäste.
12:49Wir haben uns für eine Beerdigung im Glänzenkreis entschieden.
12:52Aus Rücksicht auf Mariannes Zustand.
12:54Verstehe.
12:54Aber es gab ganz viele Briefe und Anrufe.
12:56von Nachbarn und Kollegen,
12:58die alle ihr Beileid ausdrücken wollten.
13:01Luisa war auch gestern hier.
13:04Der Tod deines Vaters ist dir sehr nahe gegangen.
13:28Ja.
13:29Das sieht also aus Rücksicht.
13:56Aber es gab ganz viele Briefe,
14:05Wenn ich Simon jetzt nicht von der Erpressung erzähle,
14:09dann muss er doch weiterhin das Gefühl haben,
14:10dass ich mich von ihm abgewandt habe.
14:12Ja, ja, das stimmt ja.
14:15Aber was ist mit Delbrück?
14:17Der hat seinen Teil der Vereinbarung nicht eingehalten.
14:20Warum sollte ich das jetzt tun?
14:21Er hat hier immer gesagt, dass seine Forderung auch dann noch geht,
14:24wenn Simon entlassen wird.
14:25Willst du wirklich das Risiko eingehen, dass er ihm was antut?
14:29Delbrück hatte die Macht, Simon etwas anzutun,
14:31solange er im Gefängnis war.
14:33Aber Simon ist jetzt frei.
14:36Du unterschätzt Delbrücks Macht.
14:40Dieser Mann ist gefährlich.
14:43Der blöfft doch nur.
14:45Der ist vom Dienst losbedienert worden,
14:46ja, du hast keinen Einfluss mehr.
14:48Und was ist, wenn er wieder Schläger engagiert?
14:50Du weißt doch, was die Simon im Gefängnis angetan haben.
14:52Was soll ich den Rest meines Lebens stillschweigen
14:54und mich erpressen lassen?
14:55Sag mal, ist dir das vollkommen egal,
14:56was du Simon damit antust?
14:58Wie kannst du sowas sagen?
14:59Ich habe alles für Simon getan und ich will es auch wieder tun.
15:01Ja, entschuldige.
15:02Ich habe das so nicht gemeint, aber...
15:07Luisa, ich habe Angst um Simon.
15:08Ich doch auch.
15:10Aber soll ich auf Simon verzichten
15:12und mein Leben lang mit Henning verheiratet bleiben,
15:14obwohl wahrscheinlich überhaupt gar keine Gefahr mehr besteht?
15:18Henning, tut mir leid,
15:19du weißt ganz genau,
15:20dass ich froh bin,
15:20dass du mich geheiratet hast.
15:22Ja, ich weiß.
15:24Hast du Simon schon gesehen?
15:25Nein.
15:26Ich habe ihr gerade versucht zu erklären,
15:27wie gefährlich das für Simon sein könnte,
15:29wenn sie ihm die Wahrheit erzählt.
15:30Und ich habe dir erklärt,
15:31dass ich es anders sehe.
15:32Simon ist frei.
15:33Womit soll mich jetzt Delbrück noch erpressen?
15:35Wir können.
15:35Bitte, bitte,
15:36bring du sie zur Vernunft.
15:37Ja, das müsst ihr schon unter euch klären.
15:42Luisa wusste bis jetzt selbst immer am besten,
15:44was sie tun sollte.
15:52Du hast dich bestimmt schon gefragt,
15:54warum ich unbedingt hier und heute mit dir essen will.
15:56Ja, ein bisschen gewundert habe ich mich schon.
15:58Ja, es gibt da etwas,
15:59was ich gerne mit dir besprechen will.
16:01Etwas, was keinen weiteren Aufschub duldet.
16:04Oh, das klingt ja furchtbar wichtig.
16:06Ja, das ist es auch.
16:12Oh, das sieht aber schön aus.
16:14Ja, ein ganz besonderes Essen
16:16für einen ganz besonderen Anlass.
16:19Ja, aber erwartest du noch jemanden?
16:22Äh, nein, du?
16:25Ihr Gast ist eingetroffen.
16:28Danke.
16:31Frau Bernstein?
16:34Von beiden?
16:35Herr Landmann, lass es dabei.
16:37Ja, ich freue mich auch sehr.
16:37Ja, also, obwohl ich erst ein bisschen überrascht war,
16:40als meine Mutter gesagt hat,
16:41dass ich bei Ihnen eingeladen bin.
16:43Ich bin aber trotzdem gern hier.
16:46So.
16:47Meine Mutter sagt, es geht um die Platane.
16:50Ja, ja, richtig.
16:51Natürlich, es geht um die Platane
16:53hinter unserem Haus.
16:56Ja, vielleicht sollten wir uns erst mal
16:57zu Tisch setzen.
16:58Darf ich Ihnen vorab
16:59ein Aperitif reichen?
17:00Ja.
17:01Für mich nur einen kleinen.
17:08Ja, gut, also, ähm,
17:11ich glaube, wir brauchen
17:12Ihren fachmännischen Rat,
17:13Herr Landmann.
17:14Danke.
17:15Wir machen uns große Sorgen
17:16um den Baum.
17:17Meine Frau, also,
17:18Frau Landmann,
17:19Frau Bernstein und ich.
17:47Was ist das?
17:48Was ist das?
18:01Untertitelung des ZDF, 2020
18:32Komm rein.
18:35Kann ich dir irgendwas anbieten?
18:46Sophie, was ist los?
19:03Haben die Herrschaften noch einen Wunsch?
19:04Nein, nein, Sie können abrunden.
19:07Das Essen war übrigens ausgezeichnet, Herr Ardand, nicht sehr.
19:10Ja, es tut mir ja leid, dass Sie nichts von dem Carpaccio essen konnten und von dem Ochsenschwanz auch nicht.
19:15Die Möhren waren sehr gut. Und Sie können ja nicht ahnen, dass ich Vegetarier bin.
19:18Ja. Das merken wir uns fürs nächste Mal.
19:23Ja, da kann ich Ihnen dann vielleicht auch ein paar Artikel aus Fachzeitschriften mitbringen.
19:27Also nehmen Sie mir das bitte nicht übel, Herr Landmann, aber ich habe noch einen dringenden Termin und muss mich
19:31deshalb jetzt verabschieden.
19:33Vielen Dank für Ihre Hilfe.
19:35Gerne.
19:36Tschüss, Richard.
19:37Tschüss, bis später.
19:40Ich habe doch Frau Bernstein jetzt nicht zu sehr gelangweilt, oder?
19:44Äh, nein, nein.
19:45Da machen Sie sich keine Gedanken.
19:47Tja, was machen wir denn nur mit unserer Pleitane?
19:50Ja, also eigentlich ist Massaria nicht halber.
19:53Aber ich denke, wenn wir die unteren Äste abschneiden, dann müssen wir es in den Griff kriegen.
19:58Sie meinen, man kann den Baum retten?
19:59Ich denke schon. Am besten, ich schaue mir den Patienten mal an und dann sehen wir weiter.
20:03Gute Idee.
20:09Und ich werde mir wohl etwas anderes überlegen müssen.
20:17Setz dich.
20:18Tobias, hast du irgendwas an der Decke?
20:19Ja, Lasse.
20:25Ich werde uns einen Tee kochen, ja?
20:27Mama, ich helfe dir.
20:35Wie fühlst du dich?
20:39Es geht schon, danke.
20:44Was wolltest du eigentlich da draußen auf dem Steg?
20:51Ich weiß es gar nicht so genau.
20:55Ich war allein auf dem Friedhof mit der Urne im Arm und da hatte ich plötzlich nur noch einen Gedanken.
21:05Weg von hier.
21:07Ich wollte nur noch weg.
21:10Und warum bist du gerade zum Hausboot gekommen?
21:13Ich habe überlegt, wo euer Vater gerne hingegangen wäre.
21:21Wo er sich glücklich gefühlt hätte.
21:25Wo er gern gewesen wäre.
21:28Das Wasser.
21:29Er liebte das Wasser.
21:32Ja.
21:34Unsere Urlauber am Meer.
21:37Und die Angelausflüge mit Tobias.
21:41Er hat sich unter freiem Himmel immer am wohlsten gefühlt.
21:48Und am glücklichsten war er immer am Wasser.
21:52Und deshalb bist du hierher gekommen?
21:55Ja.
21:57Ich wollte mich von ihm verabschieden.
21:59An einem Ort, an dem er sich wohl gefühlt hätte.
22:05Wie lange warst du denn schon da draußen?
22:08Ich weiß es gar nicht.
22:12Ich glaube sehr lange.
22:14Ich glaube, es war viel zu lange.
22:16Ich wusste auch, ich hätte zurückgehen müssen zum Friedhof.
22:20Aber ich konnte das nicht.
22:21Ich habe das nicht gekonnt.
22:23Verstehst du?
22:38Sie haben ihren Teil des Deals nicht erfüllt.
22:41Simon ist ohne ihr Zutun freigekommen.
22:42Und deshalb denkt jetzt meine liebe Schwester,
22:44sie müsste sich nicht mal an ihren Teil der Abmachung halten.
22:46Das ist ja auch kein Wunder,
22:48nachdem Sie ihn mit Ihrer haarsträubenden Aussage da rausgeholt haben.
22:51Was hätte ich denn bitte machen sollen?
22:53Sie wurden suspendiert.
22:54Sie hätten ihn ja wohl kaum aus dem Gefängnis holen können.
22:56Und da haben Sie es nicht mehr ausgehalten,
22:57den Simon unschuldig in Gefängnis zu lassen
22:59für eine Tat, die nicht er begangen hat,
23:01sondern Sie?
23:01Sie haben doch Ihr Mütterchen gestoßen.
23:04Das war ein Unfall.
23:05Ja?
23:07Und Simon kann dafür nichts.
23:08Außerdem musste ich ihn da rausholen.
23:10Sein Vater ist heute beerdigt worden.
23:11Oh.
23:12Also bevor mir jetzt die Tränen kommen,
23:14sagen Sie mal, wie kann ich Ihnen helfen?
23:16Ich will, dass Sie meiner Schwester klar machen,
23:19dass sie sich weiterhin an Ihrer Abmachung halten muss.
23:23Wie soll ich denn das anstellen?
23:25Jetzt, wo Simon Becker nicht mehr im Gefängnis ist,
23:26womit soll ich Ihnen denn drohen?
23:27Sie wollen mir doch nicht im Ernst erzählen,
23:29dass Ihnen da nichts mehr einfällt.
23:32Doch.
23:33Eigentlich schon.
23:35Aber im Moment muss ich mich ja eher
23:36um meinen Lebensunterhalt kümmern.
23:38Herrje, Sie bekommen Ihr Geld.
23:40Gut.
23:41Dann werde ich auch Ihre Schwester besuchen.
23:49Das kann ja ziemlich überraschen.
23:55Vielleicht hat Elsa uns ja was ins Mineralwasser getan.
24:04Sonst
24:05fällt dir nichts dazu an?
24:08Es könnte auch am Wetter liegen.
24:20Ich dachte,
24:22du
24:23möchtest mir vielleicht etwas sagen?
24:25Ja, ich...
24:30Es war wunderschön.
24:33Es war wunderschön.
24:37Ich weiß,
25:09Du bist ein vollidioter Angränder.
25:20Es tut mir leid, dass ich euch so viele Sorgen bereitet habe.
25:23Und dass meinetwegen die Beerdigung ausfallen muss.
25:26Mach dir keine Gedanken. Im Grunde genommen ist es sogar gut so.
25:29Wie meinst du das denn?
25:31Naja, ich kann auch dabei sein.
25:34Da hast du recht. Darüber bin ich sehr froh.
25:38Wir sollten die Beerdigung so schnell wie möglich nachholen.
25:40Am besten heute noch.
25:42Natürlich nur, wenn du dich dazu in der Lage fühlst.
25:44Ja, ich fühle mich dazu in der Lage.
25:46Ich habe mich von eurem Vater verabschiedet.
25:50Ja, dann...
25:52Dann rufe ich gleich mal den Bestatter an.
25:55Er war ziemlich nervös und ist sicherlich froh,
25:57wenn es alles schnell seine Richtigkeit bekommt.
26:00Tobias, bitte ruf nicht an.
26:01Wieso? Was ist denn?
26:05Wieso können wir ihn nicht einfach hier bestatten?
26:07Aber du hast doch gerade gesagt...
26:09Hier.
26:10An diesem wunderbaren See.
26:12Aber das kannst du nicht machen.
26:14Du willst seine Asche ins Wasser streuen?
26:17Nein, aber wir könnten zum Beispiel
26:19die Urne auf ein Floß stellen.
26:22Was? Aber wieso können wir Papa nicht einfach begraben?
26:25Wenn wir ihn begraben würden,
26:26dann hätte ich das Gefühl,
26:28dass wir ihn einsperren würden.
26:30Und das möchte ich nicht.
26:31Ich möchte, dass er frei ist.
26:34Ich weiß nicht,
26:35ob man sich das so einfach aussuchen kann.
26:37Der Bestatter meinte,
26:39es gibt ja genau Vorschriften.
26:40Aber Harald hat sich nie an irgendwelche Vorschriften gehalten.
26:43Er war ein Wissenschaftler.
26:46Er hat die Freiheit geliebt.
26:47Im Handeln wie im Denken.
26:50Also, wenn es das ist, was du wirklich willst.
26:52Ja, das will ich.
26:56Du weißt, dass es dann keinen Grab gibt.
26:58Keinen Ort, den du besuchen,
27:00an dem du seine Gedenken kannst.
27:03Doch, den gäbe es.
27:05Hier zum Beispiel wäre so ein Ort.
27:08Und an jedem Gewässer auf dieser Erde.
27:12Ganz egal, ob ich am Ufer eines Sees
27:14oder eines Meeres stehen würde,
27:16Harald wäre immer bei mir.
27:18Das ist eine schöne Vorstellung.
27:23Ja.
27:24Je länger ich darüber nachdenke,
27:26umso mehr bin ich auch davon überzeugt,
27:28dass ihm das gefallen hätte.
27:31Ich bin auch damit einverstanden.
27:33Sag mal, habt ihr alle den Verstand verloren?
27:51Herr Ardham.
27:57Ich wollte mich noch einmal bei Ihnen
27:58für das vorzügliche Essen bedanken.
28:00Es freut mich,
28:01dass alles zu Ihrer Zufriedenheit war.
28:03Naja, so ganz dann vielleicht doch nicht.
28:06Wissen Sie,
28:07Herr Landmann ist ja ein netter Kerl,
28:09aber dass er nun ausgerechnet
28:11heute hier aufkreuzen musste...
28:12Aber Sie hatten doch gesagt,
28:13dass Sie ihn sprechen wollen.
28:14Ja, ja, sicher.
28:15Irgendwann einmal.
28:16Und nicht, wenn ich gerade
28:17ein romantisches Essen
28:18mit Frau Bernstein plane.
28:19Aber das ist mir höchst unangenehm.
28:21Sie hatten mir Anweisungen
28:22zum Essen gegeben.
28:23Gleichzeitig hatten Sie gesagt,
28:24Sie wollten Herrn Landmann sprechen.
28:25Da war ich natürlich davon ausgegangen,
28:27dass Sie ihn zum Essen einladen.
28:28Oh, dass mir das passieren musste.
28:30Ich werde sofort...
28:31Nein, nein, nein, nein, nein.
28:32Es wird sich schon noch
28:33eine andere Gelegenheit ergeben.
28:34Herr Van Weiden,
28:35ich bin untröstlich.
28:37Machen Sie sich keine Gedanken, okay?
28:39Außerdem hat das Ganze
28:40ja auch was Gutes.
28:41Wir werden die Platane
28:43hinterm Haus retten können.
28:45Und ich, ich weiß jetzt,
28:47dass ich meinen Heiratsantrag
28:48besser planen muss.
28:59Du bist es.
29:00Ich freue mich auch,
29:01dich zu sehen.
29:01Darf ich reinkommen?
29:03Wolltest du wieder gehen,
29:03wenn ich sage nein?
29:05Nein.
29:08Sophie war hier.
29:09Ja.
29:10Und sie ist wieder weg.
29:11Das sehe ich.
29:12Hast du ihr gesagt,
29:12was du für sie empfindest?
29:14Elsa, wie kann ich das denn,
29:15wenn ich es selber nicht weiß?
29:16Jedes Mal, wenn ich denke,
29:17wir hätten noch eine Chance,
29:18fangen wir wieder an, uns zu streiten.
29:19Ja, ihr streitet euch,
29:20ihr vertragt euch wieder,
29:21ihr macht euch wahnsinnig
29:22und kommt trotzdem nicht
29:23ohneinander aus.
29:24Das ist ja wie bei dir und Viktoria.
29:25Lass Viktoria aus dem Spiel.
29:26Die hat nichts damit zu tun.
29:27Ich finde, sie hat sehr viel damit zu tun.
29:29Immerhin ist sie der Grund,
29:30dass du Sophie nicht an dich ranlässt.
29:32Weil du Angst hast,
29:33Viktoria zu betrügen?
29:36Weißt du was, Kleine?
29:38Du liest so viele Frauenzeitschriften.
29:40Aber genau deshalb weiß ich,
29:42dass du gerade im Begriff bist,
29:43die Frau gehen zu lassen,
29:44mit der du glücklich sein könntest.
29:51Elsa.
29:53Ich weiß doch gar nicht,
29:54ob Sophie auch mit mir glücklich sein will.
29:56Aber ich weiß es.
29:58Sophie liebt dich.
30:00Hagen, und es zerbricht dir das Herz,
30:01wie du gerade mit ihr umgehst.
30:02Mhm.
30:03Und woher willst du das wissen?
30:05Weil sie gerade allein im Bar nicht sitzt.
30:26Aber, aber das könnt ihr doch nicht machen.
30:29Glaubst du nicht,
30:29dass es letzten Endes Mutters Entscheidung ist?
30:31Nein, das glaube ich nicht.
30:32Ich glaube, dass Mama im Moment die Letzte ist,
30:34die das entscheiden sollte.
30:35Was willst du damit sagen?
30:36Ja, sie ist doch vollkommen überfordert.
30:38Sie schafft es doch nicht,
30:39einmal rechtzeitig zu der Beerdigung
30:40ihres Mannes zu kommen.
30:41Warum setzt du dich jetzt nicht einfach
30:42und wir reden in Ruhe darüber?
30:47Was gibt's denn da noch zu reden?
30:49Ihr habt doch sowieso schon entschieden.
30:50Mach es doch nicht schwerer,
30:51als es ohnehin schon ist.
30:52Wir wollen doch alle das Gleiche.
30:54Wollen wir das?
30:55Ich will eine anständige Beerdigung für Papa,
30:57aber ihr wollt die Arsche einfach in den See kippen.
30:58Wir wollen Vater so bestatten,
30:59wie er es sich gewünscht hätte.
31:00und ich finde,
31:01Mutter hatte eine sehr schöne Idee gehabt.
31:02Und woher soll ausgerechnet Mama wissen,
31:04was Papa sich gewünscht hätte?
31:05So kannst du nicht mit deiner Mutter sprechen.
31:06Du halt dich da raus.
31:07Du hast überhaupt nichts zu melden.
31:08Du bist nicht mein Vater.
31:09Sebastian, wir wollen doch nur...
31:10Ich weiß, was ihr wollt.
31:11Ihr wollt Papa so schnell wie möglich loswerden,
31:13aber da mach ich nicht mit.
31:21Ich gehe ihm wohl besser mal nach.
31:55Ich schätze, wir sollten miteinander reden.
31:59Ja, klingt nach einer guten Idee.
32:03Ja.
32:06Es ist gar nicht so einfach.
32:09Wenn wir uns über einen Fall streiten,
32:11dann können wir kaum Luft holen,
32:11aber wenn es um uns geht, dann...
32:14Naja, vielleicht, weil wir uns über Privates nicht
32:17auch noch streiten wollen.
32:20Ja.
32:23Also, Sophie, ich glaube, das ist so.
32:24Wenn wir...
32:26Wenn wir über Berufliches sprechen,
32:27dann wissen wir beide ganz genau, wo wir stehen.
32:29Ich hier, du da und...
32:30Du willst damit sagen,
32:32du hast recht und ich Unrecht, oder?
32:33Nein, nein, nein, das meine ich überhaupt nicht.
32:34Ich wollte auch auf was ganz anderes hinaus.
32:36Aber genau das ist es doch, was du denkst.
32:38Insgeheim hältst du mich für eine bedauernswerte Träumerin,
32:41die nur zu stolz ist, zuzugeben,
32:42dass sie deine Hilfe braucht.
32:44Naja, du machst es dir ja auch ziemlich einfach,
32:45indem du dich auf deiner moralischen Überlegenheit ausrufst.
32:47Sophie, vor Gericht gewinnt man nicht mit guten Absichten,
32:49sondern mit guten Argumenten.
32:50Ich bin zu naiv, nicht wahr?
32:51Nein, du bist zu weich,
32:52weil du jeden Fall gleich persönlich nimmst.
32:54Was war denn mit Tom?
32:55Was hat denn bitte mein Bruder damit zu tun?
32:57Soweit ich weiß, haben dir deine Gefühle
32:58da auch den Blick für die Realität getrübt.
33:00Du hältst Gefühlslosigkeit wohl für eine Tugend.
33:03Warum überrascht mich das eigentlich?
33:06Sophie, Gefühle haben in unserem Job nichts verloren.
33:10Deswegen hast du beschlossen, gleich gar keine zu haben, oder?
33:14Weißt du was?
33:15Wenn du mich für so einen gefühllosen Menschen hältst,
33:17warum bist du nicht schon längst abgehauen, hm?
33:19Das wäre ich auch gerne.
33:23Ich warte nur,
33:23bis du mich in Ruhe meinen Kaffee austrinken lässt.
33:27Okay.
33:30Ich hoffe, du genießt deinen Kaffee.
33:33Ja, das werde ich.
33:49Sollen wir unsere Bestattungszeremonie wirklich nach heute machen?
33:52Ohne Sebastian?
33:54Ja.
33:55Ich möchte, dass wir endlich zur Ruhe kommen,
33:57und ich denke, Sebastian wird sich auch wieder einkriegen.
34:02Das kann aber dauern, so wütend wie er gerade ist.
34:05Aber was sollen wir denn machen?
34:08Sollen wir die Urne mit nach Hause nehmen und darauf warten,
34:10dass er vielleicht irgendwann zustimmt?
34:14Du hast recht.
34:16Du darfst dich von ihm nicht erpressen lassen.
34:19Ich selbst habe ja auch Schuld.
34:22Ich hätte die letzten Tage mehr für ihn da sein müssen.
34:25Ich hätte mich um ihn kümmern müssen.
34:26Du hast deinen Mann verloren.
34:28Das ist schon schwer genug.
34:29Ja, trotzdem habe ich das Gefühl,
34:31dass wir alles falsch machen.
34:34Statt füreinander da zu sein,
34:35zieht sich jeder zurück.
34:38Und einen so schweren Schicksalsschlag,
34:40den kann man nicht alleine bewältigen.
34:43Da braucht man die Familie.
34:48Simon, jetzt, wo du wieder da bist,
34:50müssen wir uns versprechen,
34:52dass wir in Zukunft besser aufeinander aufpassen.
34:55Das werden wir.
34:59Gut.
35:03Nie.
35:03Nie hätte Papa das gewollt. Nie.
35:05Ich glaube nicht, dass deine Mutter das vorgeschlagen hätte,
35:08wenn sie sich nicht sicher wäre,
35:08dass es auch der Wunsch deines Vaters ist.
35:11Glaubst du?
35:11Ja.
35:13Soll ich dir mal sagen, was meine Mutter will?
35:14Meine Mutter will Papa so schnell wie möglich vergessen.
35:16Und deshalb wirft sie auch die Asche einfach ins Wasser,
35:18damit es kein Grab gibt, das sie an Papa erinnert.
35:20Sebastian, das kann ja wohl nicht dein Ernst sein.
35:22Hast du nicht gesehen, wie deine Mutter trauert?
35:25Sag mal, auf welcher Seite stehst du eigentlich?
35:27Was soll denn das jetzt? Ich will dir doch nur helfen.
35:29Ja. Danke. Auf so eine Hilfe kann ich verzichten.
35:32Jetzt warte doch mal.
35:50Habe ich Sie erschreckt?
35:52Was wollen Sie?
35:53Sie daran erinnern, dass wir eine Abmachung haben.
35:56Und an dieser Abmachung ändert sich nichts.
35:58Nur weil Simon Becker nicht mehr im Gefängnis sitzt.
36:00Aus dem Sie ihn nicht rausgeholt haben.
36:03Es tut nichts zur Sache.
36:05Eins verspreche ich Ihnen.
36:07Wenn Sie ihm gegenüber auch nur ein Sterbenswörtchen über unseren Deal erwähnen,
36:11dann wird er sich wünschen, niemals seine kleine graue Zelle verlassen zu haben.
36:16Was soll das heißen?
36:19Das überlasse ich Ihrer Fantasie.
36:22Sie haben nichts, aber auch gar nichts in der Hand, womit Sie mich erpressen können.
36:26Sicher?
36:28Sie werden mich nicht daran hindern, mit Simon zu sprechen.
36:31Nö, das werde ich nicht.
36:34Aber ich warne Sie.
36:54Ich warne Sie.
37:33Untertitelung des ZDF, 2020
38:05Untertitelung des ZDF, 2020
38:20Untertitelung des ZDF, 2020
39:03Untertitelung des ZDF, 2020
39:34Untertitelung des ZDF, 2020
40:03Untertitelung des ZDF, 2020
40:33Untertitelung des ZDF, 2020
40:48Untertitelung des ZDF, 2020
41:07Untertitelung des ZDF, 2020
41:14Untertitelung des ZDF, 2020
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42:05Untertitelung des ZDF, 2020
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