- vor 20 Minuten
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SpaßTranskript
00:00Musik
00:30Äh, Mama, der Koffer ist ein bisschen geschrumpft.
00:34Ich hab dir doch gesagt, du brauchst keine Zehnhosen für vier Wochen, England.
00:38Ja, aber zwölf Paar Schuhe.
00:44So.
00:46Hoffen wir mal, dass der Reißverschluss nicht reißt.
00:49Oh, oba.
00:51Geschafft.
01:00Ich vermiss dich jetzt schon.
01:05Du bist doch in ein paar Tagen selbst auf deiner eigenen großen Reise.
01:10Und ich brauch dafür nur ein paar Schuhe.
01:12Und vielleicht zwei Hosen.
01:14Aha.
01:17Guten Morgen. Und, bereit für das Abenteuer?
01:20Ich nicht. Sie schon.
01:22Let's go.
01:25Was hast du denn alles drin?
01:26Nur Bücher, Papa.
01:28Und Bücher.
01:29Schick mir eine SMS, sobald du angekommen bist.
01:32Versprochen.
01:33Pass auf dich auf.
01:35Ist mein Text.
01:37Mach keinen Unsinn. Und hab ganz viel Spaß.
01:40Verspricht sich das nicht?
01:42Stopp. Ich hab mein Lipgloss vergessen.
01:44Beeil dich.
01:46Ich hab mein Lipgloss vergessen.
01:49Danke, dass du sie zum Flughafen fährst.
01:52Du meinst das ernst mit dem Jakobsweg?
01:54Nur ich alleine und mein Weg vor mir.
01:59Klingt kitschig, oder?
02:00Nee, nee, überhaupt nicht.
02:03Mal sehen, wie ich damit zurechtkomme, wenn ich mit mir und meinen Gedanken alleine bin.
02:08Ich sollte das auch unbedingt mal machen.
02:12Stress in der Klinik?
02:13Und zu Hause.
02:15Rebecca wohnt seit einer Woche wieder bei mir.
02:18Ich dachte, sie ist in Dresden.
02:20Sie wollte doch dort eine Zootierst-Ausbildung machen.
02:22Hat sie abgebrochen.
02:26Ist sie nicht extra dafür aus den USA zurückgekommen?
02:29Du, keine Ahnung. Sie hängt nur zu Hause rum.
02:31Redet kaum.
02:34Los, komm. Worauf wachst du?
02:36Ja, auf dich.
02:39Hey.
02:41Reiseproviant.
02:42Tschüss.
02:54Dir geht's ja immer noch nicht besser.
02:57Ich hab das geahnt.
02:59Diese blöde Spinne heute Morgen.
03:03Spinner am Morgen bringt Kummer und Sorgen.
03:19Guten Morgen, Conny.
03:20Dr. Mertens, ich will ja nicht stören, aber die Lippenbären machen mir großen Kummer.
03:26Die haben schon seit Tagen keinen Appetit.
03:28Ich bin in 20 Minuten da.
03:30Und Frau Dr. Mertens, da ist noch was Seltsames passiert.
03:34Was sehr Seltsames.
03:43Der tote Vogel war ein Seidenschwanz.
03:45Er muss gegen eine Scheibe geflogen sein.
03:47Der hier im Zoo war wahrscheinlich auch einer.
03:49Ich hab den Vogel zu Ihnen in die Praxis gebracht.
03:52Gut, dann seh ich ihn mir gleich mal an.
03:54Naja, wenn das mal gut geht.
03:57Was meinen Sie?
03:58Ja, das sind Pestvögel.
04:00Conny.
04:01Das ist ein alter Aberglaube aus dem Mittelalter,
04:04weil die Seidenschwänze bei uns in Mitteleuropa so selten vorkommen.
04:07Normalerweise leben sie in Sibirien und tauchen bei uns nur als Wintergäste auf.
04:10Wenn Vögel vom Himmel fallen, ist das kein gutes Zeichen.
04:13Frau Dr. Mertens.
04:16Herr Oberbürgermeister, was für eine Überraschung.
04:18Herr Dr. Blum müsste eigentlich in seinem Büro sein.
04:21Ich muss Sie sofort sprechen.
04:29Dr. Blum hat gekündigt?
04:32Ja.
04:34Einfach so?
04:36Er hatte noch fünf Wochen Resturlaub.
04:43Er hat kein Wort gesagt.
04:45Er hat sich nicht verabschiedet, gar nichts.
04:51Also irgendwie passt es zu ihm, aber gleichzeitig auch überhaupt nicht.
04:59Wo ist er denn hin?
05:00Fragen Sie mich nicht.
05:02Irgendwas in Afrika.
05:05Ja, und jetzt?
05:06Wir brauchen doch einen neuen Zudirektor.
05:13Nein.
05:14Nein, bitte.
05:15Frau Dr. Mertens.
05:16Ich brauche Sie.
05:18Sie wissen ganz genau, dass ich eine furchtbar schlechte Zudirektorin bin.
05:21Ich finde, Sie haben das damals wunderbar gemacht.
05:24Ich bin ab morgen für zwei Wochen weg.
05:26Ich bin im Urlaub.
05:27Den holen Sie nach.
05:28Diesmal wird es nicht lange dauern.
05:30Ich habe vorgesorgt.
05:31Wie meinen Sie das?
05:33Ich habe mich vorsichtshalber schon nach geeigneten Kandidaten umgesehen.
05:39Fisch dir.
05:41Aus Erfahrung klug.
05:43Ich bin dafür verantwortlich, dass diese Stadt funktioniert.
05:48Also was sagen Sie?
05:51Kann Ihr Zoo auf Sie zählen?
05:57Frau Baldin, rufen Sie bitte alle Mitarbeiter zusammen.
06:00Herr Dr. Blum hat uns verlassen.
06:02Für den Übergang werde ich die Direktion übernehmen.
06:08Ja.
06:09Ich bin auch etwas verblüfft, muss ich gestehen.
06:13Kommen Sie.
06:14Wir gehen ein paar Schritte.
06:18Ich bin Ihnen wirklich dankbar, dass Sie das noch einmal auf sich nehmen.
06:21Ebenso die Stadt Leipzig.
06:24Sparen wir uns den Zuckerguss.
06:25Wie Sie wollen.
06:27Das ist nicht sehr einladend.
06:29Durch die Grippewelle haben wir einen Krankenstand von fast 30 Prozent.
06:32Ihnen ist schon klar, dass nächste Woche das Benefizkonzert ansteht?
06:35Ich habe im Moment ganz andere Sorgen.
06:37Ich bin allein in der Praxis.
06:39Meine Assistentin ist im Mutterschutz und ich habe noch keinen Ersatz für Sie gefunden.
06:42Das Konzert ist der Auftakt für eine ganze Reihe von Veranstaltungen, die alle ein Ziel haben.
06:48Ich weiß.
06:49Genug Sponsoren für die Finanzierung des Südamerika-Projekts zu finden, das ist mir schon klar.
06:53Gut.
06:54Denn das sollte jetzt Ihre Sorge sein.
06:57Als Zoodirektorin.
06:58Ich schlage vor, Sie kommen zu mir ins Rathaus.
07:0117 Uhr.
07:02Heute?
07:03Ja.
07:10Ich würde gerne...
07:12Ich muss leider einen Flug stornieren.
07:16Genau.
07:17Susanne Mertens.
07:21Pamplona.
07:22Störe ich?
07:24Ja, danke.
07:26Also, was der Blumen sich da geleistet hat, das ist...
07:29Bitte, Papa, lass uns einfach nicht darüber reden.
07:32Und deinen Urlaub?
07:33Du hast dich doch so gefreut auf den Jakobsweg.
07:35Nur du allein und dein Weg dahin.
07:37Ja, und jetzt sieht es so aus wie...
07:40nur ich allein mit einem Haufen Akten und dem Oberbürgermeister vor mir.
07:44Susanne, wenn ich dir irgendwie helfen kann.
07:47Alles gut.
07:48Ich komme darauf zurück.
07:50Wenn nicht, ich erinnere dich dran.
07:55Ich wollte fragen, wie es jetzt weitergeht.
07:58Frau Direktorin.
08:09Frau Dr. Mertens, das ist wie ein Albtraum.
08:12Grauenhaft, wie in dem Hitchcock-Film.
08:14Ich bring gerade das Futter rein, da höre ich einen Schlag.
08:17Ich schaue nach oben, da sehe ich einen ganzen Schwarm Vögel,
08:19der direkt auf die Glaskuppel am Vogelhaus zufliegt.
08:22Als ob die gar nicht da wären.
08:24Volles Tempo.
08:25Und dann alle tot.
08:29Wie viele waren das denn?
08:30So zwischen 20 und 30, das war schrecklich.
08:33Es kam gerade im Radio.
08:35Der Platz vor dem Gewandhaus ist voller toter Vögel.
08:37Am Hauptbahnhof das gleiche.
08:39Wieso verlieren die Vögel die Orientierung?
08:42Ich verstehe das nicht.
08:44Geflügelpest kann doch das eigentlich nicht sein.
08:46Ich muss sofort die Vögel untersuchen.
08:48Wir dürfen nichts riskieren.
08:49Wir stahlen alles ein, was Federn hat.
08:51Und Conny rufen sie alle zusammen, die wir kriegen können.
08:54Vögel reinholen, Volieren abdecken, Gehege desinfizieren.
08:56Auch die Flamingos und die Pinguine.
08:59Und was wird mit den Lippenbären?
09:01Um die kümmern wir uns später.
09:02Und wir brauchen dringend Desinfektionsmatten vor allen Vogelhäusern.
09:05Ja, natürlich. Wir geben unser Bestes Frau Dr. Mertens.
09:11Vielleicht kann uns Rebecca helfen.
09:13Rebecca?
09:14Christoph sagt, sie hängt völlig orientierungslos rum.
09:17Ich probiere es einfach mal.
09:20Das ist die Mailbox von Rebecca Lenz.
09:22Bitte hinterlasst mir eine Nachricht.
09:24Hallo Rebecca, hier ist Susanne.
09:25Wir wollten ja schon seit einer Ewigkeit telefonieren und ein bisschen quatschen.
09:29Aber darum geht es im Moment nicht.
09:30Ich bräuchte dringend deine Hilfe.
09:43Wir sind doch keine ranzige Hühnerfarm.
09:45Wie sieht denn das aus?
09:46Das ist mir egal.
09:47Wir können nicht riskieren, dass von außen ein Virus eingeschleppt wird.
09:50Denken Sie mal an die Doppelhornvögel, die erst angekommen sind.
09:53Wenn es die erwischt, das sieht erst schlimm aus.
09:55Ich wollte Ihnen ja nur mal die Sichtweise der Direktion nahe legen.
09:58Wegen der Außenwirkung.
10:01Das machen Sie doch wunderbar.
10:03Das Veterinäramt ist da.
10:04Bitte, Frau Baldin, halten Sie die Presse in Schach.
10:07Die Telefone laufen sicher heiß.
10:08Ich meine ja nur wegen der Außenwirkung.
10:11Wird gemacht, Frau Direktorin.
10:14Hallo, Frau Schweikart.
10:15Hallo, Frau Dr. Mertens.
10:17Sehen Sie sich das mal an.
10:20Ich hab gehört, in der Stadt sieht's auch nicht besser aus.
10:22Schlimmer.
10:23Und die Leute sind völlig verunsichert.
10:25Manche sprechen sogar schon vom Weltuntergang.
10:27Kein Wunder, wenn tote Vögel vom Himmel fallen.
10:32Sonderbarerweise sind das lauter Seidenschwänze.
10:35Pestvögel.
10:37Denken Sie, wir haben ein Virusproblem?
10:39Ich tippe auf Geflügelpest.
10:42Geflügelpest bei Singvögel?
10:43Wurde noch nie nachgewiesen.
10:45Irgendwann ist immer das erste Mal.
10:48Ich hab bereits alle Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet.
10:51Ich melde mich, wenn wir das Ergebnis
10:53der virologischen Untersuchung haben.
10:54Die Geflügelzüchter gehen mir schon jetzt auf die Barrikaden.
10:58Man sollte vielleicht auch in eine andere Richtung denken, oder?
11:01Ich könnte auch ein paar Kadaver untersuchen.
11:03Das kommt nicht in Frage.
11:05Ich werde selbstverständlich alle Kadaver mitnehmen.
11:08Wir könnten ja auch zusammenarbeiten.
11:11Sichern Sie Ihren Zoo
11:12und das Veterinäramt klärt die Ursache für das hier.
11:21Äußerer Zustand des ersten Seidenschwanzes
11:23bis auf die durch den Aufprall verursachten Verletzungen unauffällig.
11:27Gefieder glänzend, glatt, farbekräftig.
11:31Erste Aufnahme, Aufsicht.
11:44Hey, Rebecca.
11:46Cooles Austritt, Susanne.
11:49Ich freue mich, dass du gekommen bist.
11:52Das Gerät ist so schwer.
11:54Bei uns geht's drunter und drüber.
11:57Ja, ich sehe schon. Was ist denn mit den Vögeln los?
11:59Das versuche ich gerade herauszufinden.
12:02Schau doch bitte mal auf das Tablet und ruf die Röntgenaufnahme ab.
12:11Das Schulterblatt ist hin.
12:13Korakuit und Brustbeinfrakturen, alles zerschmettert.
12:17Der Vogel ist abgestürzt oder irgendwo gegengeflogen, wahrscheinlich letzteres.
12:22Ich würde sagen, ein klassisches Anflugtrauma.
12:25Sehr gut. Dich kann ich brauchen. Willkommen im Notfallteam.
12:31Hol dir doch hinten einen Schutzanzug, dann können wir gemeinsam diese drei Exemplare untersuchen. Magst du?
12:36Ich würde sie gerne sezieren und brauche eine Blutprobe.
12:39Sag mal, ist das nicht Sache des Veterinäramts?
12:42Wenn tote Vögel in meinen zufallen, dann ist es auch meine Sache.
12:52Mertens?
12:55Ja, ich bin gleich da.
12:57Ach, Mist. Die Vögel müssen warten.
13:01Was ist?
13:02Ach, ich muss dringend zu den Lippenbären.
13:05Geh du doch inzwischen in die Direktion und klär den ganzen Papierkram wegen der Versicherung, dann treffen wir uns anschließend
13:10wieder hier, okay?
13:12Okay.
13:33Ach, Frau Doktor Mertens, gut, dass Sie da sind.
13:35Konne, dazu sieht ja gespenstisch aus in diesem Zustand.
13:38Ich weiß, Frau Doktor Mertens, ich weiß.
13:40Was ist denn los?
13:42Träubsch ist umgekippt. Ich dachte, es wäre lebensbedrohlich.
13:44Jetzt geht es ja schon wieder einigermaßen, aber ich habe mich ganz schön erschrocken.
13:49Wahrscheinlich hat der Kreislaufschlapp gemacht.
13:50Was?
13:51Das ist Raphael.
13:52Er hilft mir bei den Lippenbären.
13:54Sonst ist er ja bei den Alligatoren.
13:56Ja, ich weiß.
13:56Willkommen bei den Säugetieren.
14:04Sie bewegen sich kaum, spielen nicht, fressen schlecht, egal was wir ihnen anbieten.
14:09Na, die Herrschaften sind ja sonst auch nicht für ihre Sprintqualitäten bekannt.
14:14Vielleicht sind sie einfach nur ein bisschen müde, obwohl Träubchen macht mir tatsächlich Sorgen.
14:22Vielleicht haben Sie die Grippe?
14:25Influenza bei Lippenbären.
14:27Wurde noch nie nachgewiesen.
14:29Keine Ahnung.
14:30Jedenfalls die Tierpfleger mit einer dicken Erkältung im Bett.
14:35Grippe wäre eine ungewöhnliche Diagnose, aber unmöglich ist es nicht.
14:41Allerdings hätten wir dann ein echtes Problem.
14:44Menschliche Viren bei einem Bären können einen sehr kritischen Verlauf nehmen.
15:04Entschuldigung, Sie sind doch vom Zoo.
15:06Ja.
15:06Wo sind denn die Pinguine und was ist mit der Fütterung?
15:09Die sollte doch schon vor fünf Minuten anfangen.
15:10Gut mir leid, aus Sicherheitsgründen müssen die Tiere heute in den Häusern bleiben.
15:13Deswegen findet keine öffentliche Fütterung statt.
15:16Heute gibt es leider keine Pinguine.
15:18Warte!
15:19Beim nächsten Mal klappt es bestimmt.
15:25Und, haben Sie schon was über die Pestvögel rausgekriegt?
15:30Eins nach dem anderen, Conny.
15:32Könnten wir bitte bei der Bezeichnung Seidenschwänze bleiben?
15:36Ich habe noch nichts rausgekriegt, aber das werden wir.
15:39Und jetzt kümmern wir uns um die Lebenden.
15:43So.
15:45Sehr gut.
15:47So.
15:48Die Abstriche haben wir.
15:50Und jetzt muss ich noch die Temperatur messen.
15:52Dann brauche ich noch eine Blutprobe für den Antikörpertest und dann haben wir alles.
15:59Frau Waldin?
16:00So geht das nicht.
16:01Ständig rufen Reporter an und Sie sind nicht da.
16:03Frau Waldin, ich bin hier nicht zum Kaffeekränzchen.
16:06Ich muss mich um die Tiere kümmern.
16:07Was soll ich jetzt der Presse sagen?
16:12Sagen Sie, Sie sollen im Veterinäramt anrufen.
16:16Gut.
16:16Und vergessen Sie bitte nicht Ihren Termin im Rathaus.
16:20Also.
16:20Also das hat jetzt wirklich keine Priorität.
16:23Oberbürgermeister Herrnbrück lässt man besser nicht warten.
16:27Keine Sorge, bei mir ist er das gewöhnt.
16:30Die Temperatur ist erhöht.
16:32Ja.
16:33Gut, Sie haben ja recht.
16:35Conny, wir müssen uns beeilen.
16:39Und du bist jetzt auch noch Zoodirektorin?
16:42Ja.
16:43Unfreiwillig.
16:45Aber es geht im Moment nicht anders.
16:47Magst du?
16:48Gerne.
16:55Was siehst du?
16:57Also Viren kann ich mit diesem Mikroskop nicht finden.
17:00Aber die gute Nachricht ist, dass ich keine pathologischen Bakterien sehe.
17:05Gut.
17:06Das ist doch schon mal was.
17:08Und ich züchte jetzt hier den Abstrich an und wissen wir mal mehr.
17:13Gut.
17:15So.
17:17Und jetzt ab zu unserer Todesschwadron.
17:23Lunge und Herz, wie bei den anderen beiden ohne Befund.
17:27Was wären die Symptome der Geflügelpest?
17:29Schwellung der Beine, Verfärbung der Schleimhäute und Fressunlust.
17:36Aber davon ist hier nichts zu sehen.
17:38Der Magen ist voller Beeren.
17:40Sieht nach Eberesche aus.
17:44Naja, vor lauter Schwäche sind die nicht vom Himmel gefallen.
17:49Wir brauchen jetzt noch eine Blutprobe fürs Labor.
17:52Und dann können wir die Kadaver entsorgen.
17:56Anfällig für die Geflügelpest sind Wasservögel und Nutzgeflügel.
18:02Aber dazu zählen die Seidenschwänze nicht.
18:05Warum könnten die Tiere dann gegen die Glasfronten geflogen sein?
18:09Vielleicht haben die Vögel für einen Moment das Bewusstsein verloren oder sind blind geworden?
18:15Alle gleichzeitig?
18:17Ganze Schwarm?
18:19Mysteriöse Todesfälle von Zugvögeln sorgen in Leipzig für Besorgnis.
18:23Sollte die Geflügelpest nun auch Leipzig erreicht haben?
18:26Wer überträgt die Seuche?
18:28Was können sie tun, um sich und ihre Tiere zu schützen?
18:31Es kann jeden treffen.
18:34Beruhigen Sie sich, bitte.
18:36Ich habe über 1000 Hühner auf meinem Hof.
18:38Werden die jetzt alle notgeschlachtet oder wie?
18:40Nein.
18:41Was ist mit Strausen? Sind die jetzt auch gefährdet?
18:43Ich weiß es nicht.
18:44Ich bin Vorsitzender des Dackelvereins.
18:46Schön.
18:47Wieso müssen die Hunde jetzt drinnen bleiben? Können die sich auch anstecken?
18:50Ich bitte Sie.
18:51Frau Schweighart vom Veterinäramt wird Ihnen gern all Ihre Fragen beantworten.
18:55Bis dahin kann ich Sie nur um Ruhe und Besonnenheit bitten.
18:58Mein Sekretär wird Sie nach draußen bringen.
19:00Ich danke Ihnen ganz, ganz herzlich.
19:04Die Nerven liegen blank.
19:05Frau Doktor Mertens.
19:07Ich komme wohl ungelegen.
19:09Frau Schweighart hat sich über Sie beschwert und Sie würden Ihre Kompetenzen überschreiten.
19:14Ich habe ihr nur eine Zusammenarbeit angeboten.
19:17Sie haben einen Bluttest bei Vogelkadavern angeordnet.
19:21Richtig?
19:25Bürokratie bringt uns in dieser Situation nicht weiter.
19:27Es gibt klare Zuständigkeiten.
19:29Also würde ich es bevorzugen, wenn Sie sich um Ihr Gebiet kümmern würden.
19:33Ich denke, Sie sind ausgelastet mit zwei Jobs.
19:36Wir haben Chaos genug.
19:37Eben.
19:39Ich glaube, Frau Schweighart irrt sich.
19:42Inwiefern?
19:42Es gibt keine Geflügelpest.
19:45Ich werde es Ihr beweisen.
19:46Und Ihnen auch.
19:48Nochmal.
19:49Sie halten sich da bitte raus.
19:51Haben Sie mich verstanden?
19:53Es ist jetzt wesentlich dringender, die Liste der potenziellen Sponsoren zu besprechen,
19:57die zu dem Konzert kommen.
19:59Das Südamerika-Projekt ist wichtig für das Image unserer Stadt.
20:02Gut.
20:03Einverstanden.
20:04Aber damit eines klar ist.
20:06Dafür, dass ich wieder als Zoodirektorin einspringe, habe ich etwas gut bei Ihnen.
20:12Kommen Sie.
20:13Die Sponsorenliste wartet.
20:20Hallo.
20:21Und wie war es im Rathaus?
20:24Alles gut.
20:29Was machen die Lippenbären?
20:30Noch keine verwertbaren Kulturen.
20:34Könnte ein Zeichen dafür sein, dass die Viruslast bei den Bären sehr gering ist oder kein Virus vorhanden war.
20:39Mhm.
20:45Oh, gut.
20:48Wir machen einen Influenza-Schnelltest und haben wir das Ergebnis in 10 Minuten.
20:52Und wie sicher ist der?
20:55Da wir nichts anderes haben.
20:57Zumindest sicher genug.
21:00Um eine Behandlung gegen Grippe einzuleiten.
21:08Ah.
21:09Luise ist gut im Internat angekommen.
21:12Ich war damals auch in England.
21:14Weißt du noch?
21:16Sicher.
21:16Du warst schrecklich verliebt in einen...
21:20Vincent, glaube ich, gesagt.
21:22Daran erinnerst du dich?
21:23Na klar.
21:24Ich musste dich wochenlang trösten, weil du fürchterlichen Liebeskummer hattest.
21:29Ja, mit 15 möchte man glatt sterben.
21:37So, erledigt.
21:41Die Paraminitätsinducer sollten zumindest eine Verschlimmerung der Grippe verhindern.
21:45Hoffen wir, dass es klappt.
21:46Hm.
21:47Wenn das Medikament nicht wirkt, kann sich der Zustand sehr schnell dramatisch verschlechtern.
21:52Ich hoffe, dass es Träubchen und den anderen morgen besser geht.
21:55Kann ich morgen wieder mit dir rechnen?
21:56Ja, sicher.
21:59Ich lasse dich doch nicht hängen, Susanne.
22:02Du bist mir wirklich eine große Hilfe, danke.
22:11Woher wusstest du eigentlich, dass ich in Leipzig bin?
22:14Christoph hat mir erzählt, dass du deine Ausbildung im Dresdner Zoo abgebrochen hast.
22:18Hat er.
22:20Dein Vater macht sich eben Sorgen um dich, Rebecca.
22:23Warum hast du denn abgebrochen?
22:26Die Direktorin und ich hatten persönliche Differenzen.
22:29Frau Dr. Wörne, die kenne ich, die ist doch eigentlich ganz...
22:31Bitte.
22:33Ich helfe dir gern hier im Zoo unter einer Bedingung, keine spanische Inquisition, okay?
22:38Ist ja gut.
22:40Aber wenn es fachliche Probleme gab, dann würde ich das gerne wissen.
22:43Ich sagte doch, es war rein persönlich. Ich bin eine gute Tierärztin.
22:46Ja, das hast du heute auch schon bewiesen.
22:48Ja, schön, dass du das auch so siehst.
22:49Und ich finde es übrigens völlig daneben, wenn du mit Christoph hinter meinem Rücken über mich sprichst.
22:53Beruhig dich mal. Ich glaube, du hast da was in den falschen Hals gekriegt.
22:57Heute war ein völlig verrückter Tag. Also, lass uns morgen...
23:00Vielleicht sollte ich morgen lieber doch nicht kommen. Viel Glück.
23:07Das habe ich ja toll hingekriegt.
23:17Das habe ich ja völlig vergessen.
23:23Und? Hat's geschmeckt?
23:27Ich weiß nicht, wie du das machst, aber deine Klöße, die muntern mich einfach immer wieder auf.
23:31Ja, die machen echt. Voll glücklich.
23:34Wie läuft's in Chemnitz? Herr Wachtmeister in Spee.
23:37Bestens. Bald kann ich euch einen Strafzettel ausstellen.
23:40Und bitte Polizeimeister in Spee.
23:43Selbstverständlich, Herr Wachtmeister.
23:46Was macht eigentlich dein Internet-Date, Susanne?
23:51Luisa. Sie hat mir hoch und heilig versprochen, niemanden davon zu erzählen.
23:56Peinlich.
23:57Ach, da ist doch heutzutage nichts dabei.
23:59Wie sieht er denn aus? Schickt er Bilder?
24:02Hoffentlich ist das nicht so ein Fake-Profil mit Modelfotos.
24:05Ist echt übel.
24:06Ich denke, in einer gut beleuchteten Pizzeria ist das Risiko überschaubar,
24:10einem Axtmörder mit gefakten Online-Profil zum Opfer zu fallen.
24:15Das geht in Ordnung. So, ich muss los.
24:17Wut, der macht es?
24:19Keine Zeit. Ich gehe morgen um 7 wieder los.
24:21Oh.
24:24Danke nochmal.
24:25Gerne.
24:25Tschüss, Opa. Und Mama?
24:28Cool. Auch als Zudirektor.
24:31Wie immer.
24:34Und meld dich mal, ja?
24:35Jo, mach es.
24:36Schon wieder machst du zwei Jobs, Susanne.
24:39Das ist viel zu viel Stress.
24:41Ich schaff das schon.
24:42Inzwischen hast du ja Übung.
24:44Und du hast mich.
24:47Aber eigentlich sollte das doch dein Abschiedsessen sein,
24:50bevor du auf den Jakobsweg gehst.
24:53Der Jakobsweg läuft mir ja nicht weg.
24:55Ich hab bis heute nicht verstanden, warum man unbedingt zu Fuß
24:58halb Spanien durchqueren muss, allein.
25:03Ich war in meinem Leben eigentlich nie wirklich allein.
25:06Gut, ich wollte es auch nicht sein, aber ich dachte, es könnte mir helfen,
25:12ein paar Dinge aus einem anderen Blick zu sehen.
25:15Ja, aber warum fährst du nicht einfach mal zwei Wochen nach Mallorca?
25:19Boah.
25:21In der Ruhe liegt die Kraft.
25:23Ja, Ruhe am Pool oder nach dem Abendessen.
25:25Da erkennst du überhaupt gar nichts, Georg.
25:28Durch Bewegung.
25:29Da passiert doch viel mehr in Körper und Geist.
25:31Ich nehme mir noch ein Kloß.
25:33Ja.
25:34Greif ruhig zu.
25:36Bei unserem Wellnesswochenende wirst du eine Rohkost bekommen.
25:39Aber kein Kaninchen.
25:41Na.
25:42Ja.
25:47Rebecca?
25:54Ich bin zu Hause.
25:55Ich bin zu Hause.
26:01Rebecca?
26:09Du machst dich kundig.
26:13Ist gut.
26:17Was hast du heute gemacht?
26:19Susanne im Zoo geholfen.
26:24Hey, alles in Ordnung?
26:26Was hast du ihr erzählt?
26:27Was meinst du?
26:30Hast du eine auf Mitleidsschiene gemacht, die arme Rebecca bla bla bla, damit sie mich anruft?
26:34Nein, das habe ich nicht. Ich habe ihr lediglich erzählt, dass du in Dresden abgebrochen hast und ich den Eindruck
26:39habe, dass es dir damit nicht so gut geht.
26:41Hey, ich bin kein Opfer, okay?
26:43Sag mal, was redest du da?
26:45Und ich brauche ganz bestimmt keinen Superman, der mein Leben regelt.
26:49Superman?
26:51Misch dich einfach nicht in Angelegenheiten ein, die dich nichts angehen, Papa, okay?
26:56Rebecca, du bist meine Tochter. Du gehst mich was an.
27:00Danke, aber ich komme allein klar. Ich brauche weder dich, noch Susanne, noch sonst wen.
27:23Guten Morgen.
27:25Guten Morgen.
27:26Sieg nur drei Unterschriften.
27:29Wunderbar.
27:31Und? Wie war es gestern im Rathaus?
27:34Fragen Sie nicht.
27:35So schlimm. Hat der Oberbürgermeister Sie gefeuert?
27:38Als Direktorin? Schön wär's.
27:41Ist das alles zum Südamerika-Projekt?
27:43Nein, ich habe noch ein ganzes Regal mit Aktenordnern. Architekturbüro, Finanzierung, Stadt. Aber ich dachte mir, wir fangen mal klein
27:51an.
27:52Das ist sehr unsichtig von Ihnen.
27:56Und um 13 Uhr ist der Termin mit der Bank wegen der Finanzierung.
27:58Ah, stopp. Wir müssen alle Termine verschieben.
28:02Ich kann doch nicht einfach alle Termine verschieben.
28:04Wissen Sie eigentlich, was hier los ist?
28:06Das Internet dreht gerade total durch wegen der Vögel.
28:09Die Journalistin, die gestern da war, schreibt reißerischen Mist über das Ende der Welt und böse Vorzeichen.
28:14Guten Morgen, Frau Dr. Mertens.
28:15Einen Moment, Conny. Deshalb muss ich ja so schnell wie möglich dieses seltsame Vogelsterben aufklären.
28:20Sie? Macht das nicht das Veterinäramt?
28:22Ich glaube, die sind auf der falschen Spur. Ich muss jetzt zu meinem Patienten und das mache ich am Wochenende.
28:27Versprochen. Ja?
28:28Wir müssen noch die Planung des Benefizkonzerns besprechen.
28:31Frau Baldin, Sie haben ein vollstes Vertrauen, okay?
28:34Bitte, ich muss jetzt... Conny? Ja? Wie geht's denn hier, du, Bernd?
28:38Freizeit.
28:39Sie soll doch in die Kongresshalle.
28:42Das kann doch einfach alles nicht wahr sein.
28:51Und wie sieht's aus?
28:53Sie haben heute Morgen schon richtig gut gefrühstückt.
28:57Ein gutes Zeichen.
28:59Wir haben die Grippe in den Griff gekriegt.
29:03Grippe bei den Lippenbären ist ja verrückt.
29:06Wo ist eigentlich Rebecca?
29:08Ach, Conny.
29:11Ich weiß nicht, ob sie kommt.
29:14Irgendwas stimmt nicht mit ihr.
29:17Ich hätte ihr gerne geholfen.
29:20Frau Dr. Mertens, wenn ich irgendwas für Sie tun kann...
29:23Ach, ich weiß, Conny. Danke.
29:26Hey.
29:27Guten Morgen.
29:28Ach, guten Morgen, Rebecca.
29:30Ich mach da mal los, Frau Dr. Mertens.
29:41Entschuldige, ich bin im Moment nicht so gut drauf.
29:43Aber da können die Tiere ja nichts dafür.
29:46Schön, dass du gekommen bist.
29:50Die Paramonitätsindußer haben angeschlagen.
29:52Sie haben gefrühstückt.
29:54Ist auch dein Verdienst.
29:58Das gefällt mir aber gar nicht.
30:00Schau mal, Träubchen.
30:03Mist.
30:04Jetzt hat er alles wieder erbrochen.
30:21Lippenbären laufen ab diesem Alter Gefahr, ein Leberkarzinom zu entwickeln.
30:27Es würde mich nicht wundern, weil...
30:28Da ist nichts.
30:30Die Leber ist völlig ohne Befund.
30:32Abwarten.
30:34Ich hab mein Abschlussdeugnis nicht einfach so im Copyshop gefunden.
30:37Das hat auch niemand behauptet.
30:39Es ist meine Pflicht, deine Diagnosen zu überprüfen.
30:41So sind die Regeln.
30:42Das solltest du eigentlich wissen, Rebecca.
30:45Wenn es die Leber nicht ist...
30:50Was könnte es dann sein?
30:54Ah.
30:55Da.
30:57Da ist es.
30:58Siehst du das?
31:00Ja, das ist der Magen.
31:01Aber da ist auch eine große Umfangsvermehrung.
31:05Schau mal da, beim Übergang vom Magen in den Darm, da geht gar nichts mehr.
31:10Wir müssen biopsieren, um die Art der Wucherung zu bestimmen.
31:14Kommst du zu mir rüber? Ich geb dir den Schalkopf.
31:39So.
31:43Kannst du die Probe in die Pathologie bringen?
31:46In die Uniklinik?
31:47Mhm.
31:48Klar.
31:50Danke.
31:57Und wie geht das mit den Vögeln weiter?
32:01Das ist mir immer noch ein Rätsel.
32:06Frau Doktor Mertens, ich wollte nur Bescheid geben.
32:09Es sind noch zwei Pfleger ausgefallen.
32:12Ach, das wird ja immer schlimmer.
32:15Schafft ihr das Pensum trotzdem?
32:16Na, so wie das so aussieht, das gefällt uns allen nicht.
32:19Wir geben alle 200 Prozent.
32:22Das Feierabendbier haben wir uns redlich verdient.
32:25Was haben Sie da jetzt eben gesagt?
32:27Na, das ist doch nur ein Bier. Das kann bei dem Stress nicht schaden.
32:31Das könnte es sein.
32:32Wie bitte?
32:34Sie sind genial, Conny.
32:5550 Meter unter 5 Sekunden und mindestens 6,75 Meter im Kugelstoßen. Hand aufs Herz. Würden Sie das noch schaffen?
33:03Die Senioren der Sportgruppe Graue Tiger haben damit kein Problem.
33:08Die Grauen Tiger haben die Ziellinie klar im Blick. Das Sportabzeichen.
33:13Graue Tiger?
33:15Sagen Sie das nochmal, Frau Doktor Mertens.
33:17Es gibt keine Geflügelpest.
33:19Hat sich das Veterinäramt bei Ihnen gemeldet?
33:21Nein, die muss ich noch anrufen. Die wissen nicht, dass Sie auf der falschen Spur sind.
33:25Also haben Sie auf eigene Faust weitergesucht.
33:28Ich hatte doch ausdeutlich gesagt, dass Sie diese Aufgabe dem zuständigen Amt überlassen sollen.
33:33Wollen Sie jetzt wissen, warum die Vögel abgestürzt sind oder nicht?
33:36Na gut. Was haben Sie rausgefunden?
33:38Sie werden staunen.
33:43Unsere Todesflieger waren alle sternhagelvoll.
33:46Aber normalerweise wird doch durch alkoholische Dehydrogenase verhindert, dass die Alkoholkonzentration zu hoch wird.
33:53Das funktioniert bei unseren heimischen Vögeln.
33:56Weil die das ganze Jahr Bären fressen. Seitenschwänze haben einen ganz anderen Speiseplan.
34:02Das wusste ich nicht.
34:05Die Vögel waren biochemisch komplett überfordert.
34:09Also total blau.
34:12Also das ist wirklich total verrückt.
34:15Allerdings.
34:17Und wir schauen uns jetzt das Ergebnis von Träubchensbiopsie an.
34:36Das ist doch positiv.
34:44Das kann so gutartig sein wie ein neugeborenes Kätzchen. Die Wucherung wird Träubchen umbringen, wenn wir nichts unternehmen.
34:53Und ich dachte, das wäre alles in Ordnung.
34:58Natürlich weiß ich, dass ein Bär kein Mensch ist. Aber du hast mir doch schon öfter geholfen. Was würdet ihr
35:03denn in so einem Fall tun?
35:04Den Magen komplett entfernen und danach mit einer RU-Y-Rekonstruktion versorgen und je nach Fall mit einer Chemo und
35:12Bestrahlung rangehen.
35:13Das Lymphom ist gutartig. Das können wir vernachlässigen. Aber welche Nebenwirkungen hat die OP?
35:18Die Nebenwirkungen sind ganz klar Gewichtsabnahme. Dazu kommen Mangelerscheinungen, weil die Nährstoffe nicht mehr so aufgenommen werden können wie früher.
35:25Die Wege werden kürzer.
35:27Achso, und die Gesamtnahrungsmenge ist natürlich beschränkt.
35:30Klar.
35:30Dank dir.
35:32Ich fand's übrigens toll, dass du Rebecca angerufen hast.
35:34Sie ist mir wirklich eine große Hilfe.
35:37Ja? Das ist doch gut.
35:39Sie war gestern Abend. Er ist momentan generell halt sehr dünnhäutig.
35:43Sorry.
35:44Bist du dann? Ich muss. Tschüss.
35:49Ich weiß nicht, ob er eine Operation übersteht.
35:53Also ich sehe auch nicht besser aus, wenn ich tagelang gekotzt hätte.
35:56Aber dich könnten wir vor einer Operation aufpäppeln. Das geht bei ihm leider nicht. Dazu ist er viel zu schwach.
36:02Also, egal wo ich nachschaue, es gibt nur eine Möglichkeit. Wir müssen operieren.
36:08Die Frage ist nur, ob es sich lohnt.
36:13Wie meinst du? Ist dir die OP zu aufwendig?
36:18Auch. Aber vor allem muten wir einem alten Tier große Schmerzen zu, ohne hundertprozentig zu wissen, dass er gesund wird.
36:24Es kostet Zeit und Geld. Und das fehlt uns wieder bei der Behandlung von anderen Tieren, die deutlich bessere Chancen
36:30haben.
36:31Frau Dr. Mertens, ich glaube, Sie sollten Träubchen von seinem Leid erlösen.
36:35Wollt ihr ihn sterben lassen?
36:39Rebecca, das ist die Natur der Dinge. Wir halten die Tiere so artgerecht wie möglich.
36:44Und wenn ihre Zeit zu sterben gekommen ist, dann müssen wir das hinnehmen.
36:48Und wer entscheidet, wann ihre Zeit gekommen ist? Die Göttinnen weiß oder was?
36:53Was ist denn das für ein Ton?
36:55Ich hätte nie gedacht, dass du so kalt sein kannst, echt.
36:59Ich bin im Moment nicht nur Tierärztin, sondern auch Zoodirektorin. Ich muss an den ganzen Zoo denken.
37:12Lippenbären sind zwar gefährdet, aber unser Bären-Opa wird in diesem Leben keinen Nachwuchs mehr zeigen.
37:20Und die Kosten der OP sind vierstellig.
37:24Rebecca meinte, ich wäre kalt und herzlos.
37:27Empörung. Das ist das Privileg der Jugend.
37:31Du hast die Verantwortung. Du musst eine Entscheidung treffen.
37:35Das ist die Pflicht der Älteren.
37:39Also, was wirst du tun?
37:45Ich werde Träubchen morgen einschläfern.
37:49Ich werde Träubchen morgen einschläfern.
38:12Susanne Mertens, bitte hinterlassen Sie eine Nachricht.
38:16Hi, Susanne. Matthias hier.
38:19Ich freue mich schon auf heute Abend.
38:21Und der Tisch bei Giorgio ist für 20 Uhr reserviert.
38:25Ja. Also, bis dann.
39:02Georg.
39:04Georg.
39:04Hallo.
39:05Ich habe gebucht.
39:07Ach, Charlotte, bitte.
39:09Wellness und ich.
39:11Das ist ja wie Rinderbraten mit Wackelpudding.
39:15Das passt einfach nicht zusammen.
39:17So, was kann man überhaupt erst sagen, wenn man es ausprobiert hat.
39:20Außerdem liebst du Rinderbraten und Wackelpudding.
39:23Ja, nacheinander. Und was ist das?
39:29Seit wann gibt es graue Tiger?
39:31Schon lange.
39:32Nach dem Wellnesswochenende werde ich anfangen, das Sportabzeichen zu machen.
39:38Aha.
39:39Machst du mit?
39:41Nein, danke.
39:43Ich habe schon Seepferdchen.
39:57Was ist das, Anna?
39:59Matthias?
40:00Hi.
40:01Hi.
40:02Hi.
40:10Ist irgendwas?
40:12Nein.
40:13Alles.
40:14Alles gut.
40:15Gut.
40:17Der Sportwagen hat einen Hubraum von 2985 Kubikzentimeter.
40:21Er kommt von 0 auf 100 in 4,7 Sekunden.
40:26Ja.
40:28Die Durchzugsbeschleunigung liegt bei unter 3.
40:302,7 Sekunden, glaube ich.
40:33Aber ich habe ein Problem mit dem Look.
40:35Und Susannes Schwester, das ist die, die von Andreas geschieden wurde und jetzt auf dem Cousin von Andreas zusammen ist,
40:39die ist aus allen Wolken gefallen, als sie das gehört hat.
40:41Ich meine, kein Wunder bei dem, was der Herbert sich da geleistet hat.
40:43Mit der Heidi.
40:46Oh.
40:47Da hätte ich das am allerwenigsten zugetraut.
40:48Aber dass ausgerechnet die Susanne zum gleichen Zeitpunkt in der Sauna ist wie Herbert und Heidi, ist ja auch irgendwie
40:53absurd, oder?
40:54Und dass sie das so rausfindet, so für die Kinder auch, ja?
40:56Da kriegst du irgendwie mit Mitte 30 mit, dass sein Vater ein Doppellegen geführt hat.
41:00Und was ich vergessen habe, die Heidi, deswegen, das kam mir jetzt gerade noch mal in den Kopf,
41:04die hat ja früher immer schon auf Maike und Christiane aufgepasst, ne?
41:07Und ist sogar mit dem Hund von denen Gassi gegangen.
41:09Dann machen wir uns nichts vor.
41:12Saugmotoren haben keine Turbos.
41:14Und wie sieht es aus mit Drehfreude und Ansprechverhalten, hm?
41:30Mit dir kann man sich richtig gut unterhalten.
41:34Tschüss.
41:35Tschüss.
41:36Komm gut nach Hause, ne?
41:37Ja.
41:37Ja.
41:38Ja.
41:42Und er, er hat jetzt zwei Sounds in Posa.
41:46Faszinierend.
41:46Und du bist sicher, dass ich dich nicht nach Hause fahren soll?
41:49Nein.
41:51Also ja.
41:51Danke.
41:53Gut.
41:54Tschüss.
41:55Tschüss.
42:09Ich weiß jetzt alles über acht Zylinder.
42:13Und ich so viel über Leute, denen ich noch nie in meinem Leben begegnet bin.
42:19So viel zum Internet-Dating.
42:21Ja, die zwei würden sich bestimmt gut verstehen.
42:26Noch Lust auf ein Tiramisu?
42:32Danke.
42:35Rebecca ist stinksauer auf mich.
42:38Willkommen im Club.
42:40Vielleicht hat sie ja recht.
42:43Ja.
42:43Was den Bären betrifft?
42:45Ja, wenn ich mich selbst da so reden höre, ich muss an den ganzen zu denken.
42:49Da klinge ich ja wie Herrnbrück.
42:51Ja, aber es stimmt doch.
42:52Du kannst nicht nur im Einzelfall denken.
42:55Aber ist es nicht genau das, worum es geht?
42:58Der Einzelfall?
43:00Wie machst du das denn in der Klinik?
43:02Rechnest du da den Einzelfall gegen das Ganze auf?
43:04Ich bin kein gutes Beispiel.
43:07Warum nicht?
43:08Weil ich nicht die ganze Klinik leite.
43:10Deshalb kann ich ja das tun, was ich im Einzelfall für richtig halte.
43:14Zumindest versuche ich das.
43:17Ja, und was hältst du für richtig?
43:19In diesem Fall von Arzt zu Arzt.
43:26Ich denke, das Leben eines Kindes ist alles Geld der Welt wert.
43:30Ich weiß, das klingt naiv.
43:32Aber ich kann nicht anders.
43:56Warum hast du dich doch dafür entschieden?
44:00Sagen wir mal so.
44:03Du kannst ziemlich überzeugend sein.
44:10Das Lymphom wuchert in den Darm und in die Galle.
44:16Das hat also keinen Zweck?
44:19Du hattest die ganze Zeit recht.
44:23Hätte ich doch bloß meinen Mund gehalten.
44:28Wir machen weiter. Schere.
44:44Boah, bin ich erledigt.
44:47So eine OP ist ja wie Hochleistungssport.
44:50Ja, ein paar Jahre haben wir ihm noch geschenkt.
44:54Weil du für ihn gekämpft hast.
44:58Sag mal, vielleicht solltest du deine Ausbildung hier bei uns zu Ende bringen.
45:06Ist das ein offizielles Angebot?
45:09Ich könnte bei der Zudirektorin ein gutes Wort für dich einlegen.
45:15Denk mal darüber nach.
45:21Ja.
45:32Ja.
45:34Ja.
45:34Da.
45:38Ich bin ja.
45:40Ja.
45:40Ja.
45:42Ich bin ja.
45:43Ich bin ja.
45:47Jetzt bin ich ja.
45:48Abbiegen.
45:48Ja.
45:49Ich bin ja.
45:50Aber ich bin ja.
45:51Das war ja.
45:54Ja.
45:55Ich bin ja.
45:58Oh, ich bin ja.
46:09Du hast ja doch operiert.
46:12Ja, ich habe Christoph zufällig getroffen.
46:15Und er hat mir, ja, wie soll ich sagen,
46:19mehr oder weniger ins Gewissen geredet.
46:22Zieh mal.
46:27Hast du dich da beworben?
46:29Deine Tochter hält die Grundsatzrede der Diesjährigen zu
46:33und Wildtierkonferenz in Dresden.
46:35Susanne!
46:40Es ist eine große Ehre.
46:43Ich weiß.
46:46Der Hauptredner bzw. die Hauptrednerin
46:51bekommt immer sehr interessante Jobangebote.
46:57Ich weiß.
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