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01:53Staatsanwaltschaft und Polizei sind zwei Behörden, die sich auf Augenhöhe begegnen sollten.
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01:59Ihre Zusammenarbeit wird geregelt durch den Paragrafen 161 der Strafprozessordnung.
02:04Was zunächst nach harmonischer Zusammenarbeit klingt, ist leider nur blasse Theorie.
02:09In der Realität sieht es bedauerlicherweise völlig anders aus. Darf ich Sie bitten, das zu verteilen?
02:14Leider, und ich sage das wirklich selbstkritisch, ist immer wieder zu beobachten, dass Polizisten in ihrem Wissen
02:21um kriminalistische und ermittlungstechnische Sachverhalte Staatsanwälten deutlich überlegen sind.
02:28Die Polizei ermittelt also weitgehend eigenständig, ist sie der Ansicht, die Sache sei zu Ende ermittelt,
02:34wird die Ermittlungsakte an die Staatsanwaltschaft überstellt.
02:37Ich persönlich bevorzuge eine andere Herangehensweise. Ich möchte möglichst schnell nach einer Straftat informiert werden,
02:45um meine eigenen Ermittlungen beginnen zu können.
02:49Diese Methode geht zwar ein bisschen zulassende Bequemlichkeit, ist aber effektiv und damit erfolgversprechend.
02:54Ich möchte Ihnen nun anhand eines aktuellen Falles die Zusammenarbeit zwischen Staatsanwaltschaft und Polizei demonstrieren.
03:01Vorgestern gegen Mitternacht wurde in der Rheingau-Straße, hier in Wiesbarn, eine 20-jährige Radfahrerin von einem Fahrzeug erfasst und
03:11getötet.
03:12Die Fahrerin oder der Fahrer bringt Fahrerflucht.
03:17Von der Schutzpolizei in Verbier trafen bereits eine halbe Stunde nach dem Vorfall zwei Kriminalbeamte am Tatort ein.
03:23Sie informierten mich und begannen mit ihren Ermittlungen.
03:27Ermittelt wurde in zwei Richtungen.
03:29War es ein normaler Verkehrsunfall mit einem zufälligen Opfer oder war es ein gezielter Anschlag auf das Leben der Fahrradfahrerin?
03:39Ausführliche Gespräche mit den Angehörigen des Opfers an ihrem Arbeitsplatz und in ihrem Freundeskreis ergaben,
03:47dass die zweite Variante mit großer Wahrscheinlichkeit auszuschließen ist.
03:50Das heißt aber nicht, dass wir...
03:53Oh, ja, das war's dann wohl schon für heute.
03:55Soweit ich sehen kann, ist jemand eingeschlafen, das freut mich.
03:59Ach ja, und was morgen betrifft, ich rate Ihnen dringend ausführlich zu frühstücken, weil es sonst sein könnte, dass Ihnen
04:04die atemlose Spannung meines Vortrags mächtig auf den Magen schlägt.
04:07Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag.
04:09Darf ich Sie in meiner Abschlussarbeit zitieren?
04:12Ja, ja, natürlich. Aber vergessen Sie mich nicht, bei den Zitaten aufzuführen.
04:17Können wir sonst sein, wenn Sie einmal Innenminister sind, dass Sie große Probleme kriegen.
04:22Vielen Dank, Herr Oberstaatsanwalt.
04:24Das war mehr ein Vergnügen, Frau Polizeidirektorin.
04:27Klare Worte, das ist man ja nicht unbedingt gewohnt von der Staatsanwaltschaft.
04:30Na, das haben Sie jetzt gesagt.
04:31Mhm, gut.
04:33Darf ich Sie kurz sprechen, Herr Oberstaatsanwalt?
04:35Ja.
04:36Bernd, es gibt Neuigkeiten.
04:40Sie werden erwartet.
04:42Ja, dann reden wir vielleicht besser ein andermal.
04:46Wie Sie wollen?
04:48Wie wäre es mit dem Morgen nach der Vorlesung?
04:50Gut. Wie war Ihr Name?
04:52Bordin. Felix Bordin.
04:54Bis dann.
05:03Herr Reuter!
05:04Der Unfallwagen ist wahrscheinlich ein roter A5.
05:07Die KTO hat die Lackspur am Fahrrad analysiert.
05:09Der Wagen wurde bis 96 gebaut.
05:11Laut Zulastungsstelle gibt es in Hessen und Rheinland-Pfalz nur noch 15 Eigentümer.
05:15Und einer davon ist sehr interessant.
05:17Uwe Diekmann, 44, vorbestraft wegen mehrfachen Autodiebstahls.
05:21Und dann war er noch ein Jahr in Haft wegen schwerer Körperverletzung,
05:24verursacht bei einem Unfall mit Fahrerflucht.
05:26Gut.
05:28Gut, schon mal.
05:29Wir werden Herrn Diekmann im Besuch abstatten.
05:32Und, wie war deine Vorlesung?
05:33Oh, das hat schon was, wenn der junge, hochmotivierte Menschen
05:37jeden Satz von den Lippen ablesen.
05:38Das tun wir doch auch, Herr Reuter.
05:46Wie ist denn eigentlich dein Kickerturnier am Wochenende ausgegangen?
05:50Lass uns über was anderes reden, okay?
05:52Ups, nicht gewonnen?
05:54Doch, ich hab...
05:56Nee, nicht wirklich.
05:58Wer hat denn gewonnen?
06:00Kenne ich den Kollegen?
06:01Ähm, ich weiß nicht.
06:03Glaube ich nicht.
06:05Das ist er doch, oder?
06:06Tag, Herr Diekmann!
06:07Wir müssen mal mit ihnen reden!
06:10Hey!
06:12Hey!
06:14Steh mal!
06:20Ja, still!
06:21Tag, Herr Diekmann!
07:03Ich brauche eine Starthilfe!
07:06Mann, ich hab das Geld noch nicht!
07:08Ich hab doch gesagt, dass ich mich melde!
07:10Wir wollen ihr Geld gar nicht.
07:12Ihr kommt nicht von Götz?
07:13Kripo Wiesbaden.
07:15Hauptkommissarin Klar und das ist mein Kollege Schubert.
07:19Wir sind in Ihrem Wagen interessiert.
07:261400, nicht einen Cent weniger.
07:29Und der Navi ist nicht im Preis inbegriffen.
07:33Und?
07:35Ja, wo ist die Karre jetzt?
07:39Ich bin mir sicher, dass ich den vorgestern hier abgestellt habe.
07:44Sicher?
07:45Ja, ja, ja, ja.
07:47Ganz sicher!
07:48Ich hab den hier abgestellt!
07:51Scheiße!
07:51Das Auto ist mir geklaut worden!
07:54Hier, ja?
07:56Mhm.
07:58Herr Diekmann?
07:59Sie müssen uns das Kommissariat begleiten.
08:01Ja.
08:02Sie müssen ja meine Anzeige aufnehmen.
08:05Ja.
08:07Mit welcher Keitschnäuzigkeit uns der Typ verarschen will.
08:10Ey, das hat schon was.
08:13Er bleibt bei seiner Geschichte.
08:14Der Wagen wurde ihm geklaut.
08:16Hat er ein Alibi?
08:17Nein.
08:18Er will seine Wohnung seit vorgestern Nachmittag nicht verlassen haben.
08:22Aus Angst vor einem gewissen Götz Möbius, der mal Geld schuldet.
08:26Mhm.
08:26Die Anschrift von diesem Götz Möbius haben wir, aber das bringt uns jetzt auch nicht weiter.
08:33Und behaltet ihn erst mal hier bis morgen, ja?
08:35Machen, ja.
09:00Hallo.
09:03Geld her!
09:04Machen, ja.
09:05Alles!
09:09Ja.
09:16Ja.
09:16Ja.
09:27Ja.
09:28Ja.
09:28Ich muss dir was zeigen.
09:31Toll, wenn ich mal was vorhabe.
09:34Was denn, hast du den Wagen gefunden?
09:36Nee, aber die Kollegen vom Raub, die haben mir was geschickt.
09:42Hier, das war heute um 16 Uhr.
09:45Die Bankangestellte hat ihn in die Flucht geschlagen.
09:47Mit einem hysterischen Lachanfall.
09:54Hier, Dietmanns Wagen.
09:57Und eine Spur vom Täter?
09:58Noch nicht, die Fahndung läuft.
10:00Tja, sieht ganz so aus, als wenn Diekmann die Wahrheit gesagt hat.
10:03Ciao.
10:14Frau Reuter!
10:16Frau Reuter!
10:18Die Vorlesung fällt heute aus.
10:20Warum?
10:21Es ist was ganz Schreckliches passiert.
10:33Auf dem Boden lag eine leblose Person.
10:35Wir haben sofort den Notarzt gerufen.
10:38Im Raum befand sich außerdem eine weibliche Person.
10:40Sie war nicht ansprechbar.
10:41Es handelte sich um die Bewohnerin, Julia Junge.
10:47Sie war nicht zu sein.
10:49Sie hatte nicht, wie sie entwerfen.
10:51Sie ist nicht.
10:55Sie waren auf den Weg.
10:58Sie hat nicht anhand den Weg, sie ist nicht anhand zu sein.
11:02Sie sind nicht anhandlich.
11:02Sie sind nicht anhand der Verleutung.
11:02Sie müssen nicht anhand die Biste anhandmelde.
11:02Sie sind nicht anhandel.
11:03Sie sind ein изменigeres Wasser.
11:04Sie sind anhandeldeckt.
11:05Ja.
11:12Sie sind nicht anhandeldeckt.
11:15Ist dir nicht gut?
11:18Er war ein netter Kerl und einer der besten Studenten.
11:22Er wäre sicher ein guter Polizist geworden.
11:35Wie konnte er das tun?
11:40Wir waren doch Freunde.
11:45Was genau ist denn passiert?
11:51Wir haben bei mir gefrühstückt.
11:53Das machen wir öfters.
11:57Wer ist dir?
12:01Felix, Andreas und ich.
12:08Ich habe dann gesagt, dass ich nur schnell unter die Dusche springe.
12:13Felix und Andreas wollten sich auch noch fertig machen.
12:19Als ich aus der Dusche kam, waren die Vorhänge vorgezogen.
12:26Plötzlich stand Felix hinter mir.
12:30Und stieß mich aufs Bett.
12:33Ich dachte erst, er macht Spaß.
12:37Aber dann wälzte er sich auf mich.
12:40Versuchte mich zu vergewaltigen.
12:43Ich konnte mich losreißen und ich habe ihn angeschwingt.
12:50Und vor dem Regal hat er mich dann wiedergepackt.
12:54Ich habe dann zu einer Flasche gegriffen und zugeschleppt.
13:03Er hat von Ihren Nachbarn niemand etwas bemerkt.
13:08Ich muss ein Bewusstsein.
13:10Die hatten alle schon Vorlesungen.
13:12Ich muss ein Bewusstsein.
13:17Sie wissen, was jetzt auf Sie zukommt?
13:20Ja.
13:22Das haben wir im letzten Semester theoretisch behandelt.
13:25Ist es leider Realität?
13:37Hallo, Bernd.
13:39Hallo.
13:40Ja, dann macht man weiter.
13:41Also eigentlich haben wir gerade genug zu tun.
13:43Ja, ja, alles klar.
13:44Bei der anderen Sache kommen wir sowieso nicht voran.
13:46Bisher haben wir den Wagen nicht gefunden.
13:47Aber die Fahrung nach dem Bankröber läuft.
13:49Was ist mit diesem Diekmann?
13:51Den haben wir nach Hause geschickt.
13:52Na, super.
13:53Und was machst du jetzt?
13:54Deine Vorlesung ist ja ausgefallen.
13:56Ich gehe jetzt ein bisschen am Rhein spazieren
13:58und denke bei uns in das Lebens nach.
14:04Das gibt's doch nicht.
14:12Das ist immer noch der Alte.
14:14Hier.
14:15Am Rechtsaußen, da fehlt ein Stück vom Fuß.
14:18Musste man wissen.
14:20An diesem Tisch bin ich zweimal hintereinander Studentenmeister geworden.
14:24Brauchst du ein Taschentuch für deine Freudentränen?
14:32Mächeln!
14:34Waren Sie befreundet bitte in Bordien?
14:37Wir haben in den letzten zwei Jahren ziemlich viel unternommen.
14:41Was ist Ihnen aufgefallen, ob er die Nähe zu Frau Jung gesucht hat?
14:45Am Anfang hat er versucht, welche zu landen.
14:46Sie hat ihn im Korb gegeben.
14:48Und dann hat er es nicht nochmal wiederholt.
14:50Was er aber auch nicht nötig gehabt.
14:52Wie meinen Sie das?
14:53Er sah gut aus, war witzig und charmant.
14:56Felix konnte ich eh nicht kriegen.
14:57Ach so, ja.
14:58Ja, und dann trotzdem einen, den ich wollte.
15:01Ich meine, ist er ausfällig geworden?
15:04Haben Sie erlebt, dass er eine Frau bedrängt hat?
15:05Nicht direkt, aber er war schon ziemlich schnell beleidigt und gereizt.
15:11Dann ist er schon mal pampig geworden.
15:14Ich verstehe nicht, warum er das gemacht hat.
15:17Ich meine, er hätte doch wissen müssen, dass Julia ihn anzeigt und er sofort von der Schule fliegt.
15:21Da muss eine Sicherung durchgebrannt sein.
15:28Ja, okay.
15:31Ach, der Liegen.
15:32Der Apportien wollte mich gestern noch davor wies und sprechen.
15:35Wissen Sie, warum?
15:38Vielleicht ging es um seine Abschlussarbeit.
15:39Er war ziemlich nervös.
15:41Keine Ahnung.
15:47Das ist ein Überfall!
15:51Hände hoch!
15:52Du, weg auf den Tisch!
15:53Weg da!
15:55Weg da!
16:02Steh her!
16:03Steh!
16:04Alles!
16:10Bisschen schneller!
16:20Ah.
16:26Ja, Frau Junge ist eher eine von den unauffälligen Studentinnen.
16:51Fleißig und begabt.
16:53Jemand, der sich nicht in den Vordergrund schiebt.
16:56Also, sie überlegt sich dreimal, bevor sie was sagt.
16:59Und Felix Baudin?
16:59Im Vergleich zu Frau Junge ist sie nicht in den Vordergrund schiebt.
17:06Und sie ist nicht in den Vordergrund schiebt.
17:25Und wenn sie nicht in den Vordergrund schiebt, dann würde ich sagen, es kann nicht wahr sein.
17:30Entschuldigen Sie mich, ich, äh, ich muss noch, äh...
17:39Was sollte ich denn machen?
17:42Er hat überhaupt nicht reagiert, als ich ihn angeschrien habe.
17:46Ich hatte Todesangst.
17:48Sie haben also gedacht, dass er sie nicht nur vergewaltigen, sondern auch töten will?
17:53Sie haben überhaupt gar keine Vorstellung, was in so einer Situation einem vor sich geht.
17:57Ich meine, jetzt müssen Sie mir nur noch damit kommen, ich sei selbst schuld gewesen.
18:01Weil ich ihn sexuell erregt habe, weil ich einen Bademantel trug, oder was?
18:03Moment mal, Moment mal.
18:05Mein Kollege meint das nicht so.
18:07Aber bei Notwehr mit Todesfolge müssen wir den Grad der Bedrohung erfahren.
18:11Sorry.
18:12Ja, Schubert?
18:20Ja, ich meine, ich fühlte mein Leben bedroht.
18:26Er war nicht maskiert.
18:28Und ich wusste, wer er war.
18:31Echt?
18:32Und er wusste, dass ich ihn sofort anzeigen würde.
18:35Ich bin sofort da.
18:36Bitte, können wir das einfach ein anderes Mal besprechen?
18:39Nein, das tut mir leid.
18:41Jetzt, jetzt sind Ihre Erinnerungen noch frisch und authentisch.
18:45Kiss, kiss.
18:46Kannst du mal mit mich weitermachen?
18:48Das waren die Kollegen vom Raub.
18:50Strumpfmaske hat wieder zugeschlagen.
18:51Ja, okay.
19:00Männer.
19:02Können sich einfach nicht vorstellen, wie man sich in so einer Situation fühlt, oder?
19:14Diesmal hat er es geschafft.
19:15Dank Wollmütze mit Seeschlitzen.
19:17Schöne.
19:1814.320 Euro hat er erbeutet.
19:20Und dann ist er wieder mit Diebmanns Wagen abgehauen.
19:21Allerdings hat er was verloren.
19:23Hier.
19:24Einen Mahnbrief von einem Anwalt, der Anzeige erstatten will,
19:27wenn die ausstehenden Unterhaltszahlungen in Höhe von 6.130 Euro
19:32nicht binnen zehn Tagen gezahlt werden.
19:34Adressat ist Thorsten Schramm.
19:37Und jetzt rate mal, wo der wohnt.
19:40Na, Rheingau-Straße.
19:41Da war der Unfall.
19:42Ja.
19:43Und, haben wir was über ihn?
19:44Nicht viel, er ist nicht vorbestraft.
19:46Wir wissen nur, dass er 44 Jahre alt ist.
19:49Er ist vor zwei Jahren als Drucker gearbeitet und jetzt als vier kriegt.
19:51Ja, aber vielleicht hat jemand anders den Brief verloren.
19:54Ja gut, aber...
19:56Auf jeden Fall checken die Kollegen vom Raub gerade das Internet.
19:59Da kriegen wir bestimmt noch ein paar Infos über Thorsten Schramm.
20:08Ja?
20:10Hey.
20:12Hey.
20:19Ich wollte nur sagen, dass ich heute bei meiner Mutter übernachte.
20:23Ist dein Zimmer noch nicht freigegeben?
20:25Doch.
20:27Die Spülensicherung ist durch.
20:30Aber ich kann heute nicht drin schlafen.
20:35Du lernst?
20:41Deine Ruhe möchte ich an.
20:45Was passiert ist, ist passiert.
21:01Ich mach uns einen Tee.
21:05Okay?
21:14Hey.
21:15Der Camper ist der totale Sportfreak.
21:17Schütze, Triathlet, Ironman.
21:19Der ist beim Rhein-Main-Triathlon Dritter geworden.
21:21Hab mir den Pokal gezeigt.
21:22Und der ist ein bisschen größer als...
21:27Was ist das denn?
21:32Hast du dir von Camper ein Autogramm geben lassen?
21:35Ich hab dir noch nie ein Autogramm geben lassen.
21:50Nee, ne?
21:51Das glaub ich jetzt nicht.
21:55Roberto Blanco.
21:59Schubert hier, Mordkommission.
22:03Cool.
22:05Ja klar, machen wir.
22:07Gut, okay.
22:09Es gibt im Netz ein paar Fotos von Thorsten Schramm mit seiner Tochter.
22:12Die Kollegen vom Raub haben sie der Kassiererin gezeigt.
22:15Und die ist sich ziemlich sicher, dass er es ist.
22:23Hallo, Frau Dr. Biro.
22:25Hallo, je später der Abend.
22:28Haben Sie die Schicht von Frau Dr. Engel übernommen?
22:30Viel schlimmer.
22:31Sie hat zwei Wochen Urlaub.
22:32Und ich alle dringenden Sektionen an der Backe.
22:35Oh, sehr mein Mitgefühl.
22:37Das waren meine Dien, ne?
22:38Ja, sie wollte dir unbedingt noch sehen, bevor die absaufen.
22:43Ein Schlag mit einem festen, abgerundeten Gegenstand
22:45hat die Schädeldecke zertrümmert
22:47und noch nur später sind den Stamm hindertrungen
22:49und haben den Exitus ausgelöst.
22:52Andere Verletzungen habe ich nicht feststellen können.
22:55Sein Körper war ziemlich gut in Schuss.
22:58Und welche Katzburen?
22:59Ja, an den Armen.
23:01Und unter seinen Fingernägel habe ich Hautpartikel sicherstellen können.
23:04Sie stammen zweifelsfrei von Frau Junge.
23:07Diese Karte fiel beim Auskleiden aus seiner Hosentasche.
23:11Freue mich auf ein Wiedersehen im Club am Mittwochabend.
23:14Kuss, Kim.
23:18Amato?
23:19Kenne ich den?
23:20Das auch nicht.
23:21Ich dachte, ich würde in Wiesbaden jeden Club kennen.
23:23Genau so hätte ich Sie auch eingeschätzt.
23:27Tschüss.
23:28Tschüss.
23:28Kommt in die Akte, ne?
23:29Okay.
23:38Wollen Sie nicht ein paar Tage länger bei Ihrer Mutter bleiben?
23:42Nein, nur für diese Nacht.
23:44Ich kann mich ja besser auf die Prüfung vorbereiten.
23:47Ja, darüber wollte ich mit Ihnen sprechen.
23:50Ich halte es für das Beste, wenn Sie die Vorlesung nicht mehr besuchen,
23:53solange das Ermittlungsverfahren gegen Sie läuft.
23:57Ich bin suspendiert.
24:00Nein, ich nehme Sie aus der Schusslinie.
24:04Das ist besser für Sie und für die Hochschule.
24:17Haben Sie gelauscht?
24:19Das ist nicht nötig.
24:20Die Wände hier sind sehr dünn.
24:25Wollen Sie vielleicht auf ein Glas Wein mit zu mir kommen?
24:30Ich habe leider keinen Rioja.
24:31Den trinken Sie doch so gerne.
24:36Tja.
24:38Leider habe ich gar keine Zeit.
25:05So, voilà.
25:09Guten Abend.
25:10Guten Abend.
25:11Ich hätte gerne Wasser.
25:12Wasser?
25:14Ja.
25:19So, bitte.
25:21Dankeschön.
25:24Ich mag keine Zitrone im Wasser.
25:28Ah, das ist nett. Danke.
25:30Bitte.
25:31Ist Kim da?
25:32Warum willst du das wissen?
25:35Ich möchte mit dir sprechen.
25:37Worüber?
25:39Das würde ich ja schon ganz selber sagen.
25:42Ich bin gespannt.
25:47Entschuldigung, Kim.
25:49Tut mir leid.
25:50Um was geht's denn?
25:52Hier, das wurde bei Felix Bordien gefunden.
25:56Felix Bordien?
25:58Kenn ich nicht.
26:05Können wir um die Umgestatt reden?
26:07Können wir um die Umgestatt reden?
26:11Ich bin muy gespannt.
26:12Ich habe einen da.
26:18Ich bin Check vi.
26:25Ich bin batteriper euros.
26:27Ich binfect русler.
26:30Und dann.
26:34Ich bin der Nacht.
26:34Şu an der sich.
26:35Ich bin der Amofa.
26:36Mein Möglichenmeter.
26:37Ich bin doch nicht nach dem M iterate.
26:37Ich müsste jetzt in Ru��� Attention.
26:44UNTERTITELUNG
27:26Vergewaltigung. Das ist völliger Quatsch. Felix war schwul.
27:32Wirklich? Also nicht einer seiner Kommilitonen hat eine diesbezügliche Bemerkung gemacht.
27:37Und in seinem Zimmer im Studentenwohnheim haben wir keinen Hinweis auf Homosexualität gefunden.
27:42Er hat es keinen gesagt. Sie können sich doch vorstellen, welche Sprüche es gegeben hätte.
27:45Ach kommen Sie, die Zeiten haben sich geändert. Natürlich gibt es schwule Polizisten. Das ist auch gut so.
27:52Er wollte es sich nicht ordnen. Das muss jeder für sich selbst entscheiden.
27:59Ich habe ihn geliebt.
28:10Mann, Mann, Mann. Wie oft habe ich euch schon gesagt, er soll der Hoss Sauer Rhein hier im Hof unterlassen.
28:16Aber das hast du fette Sprüche. Sie könnten Ihre Vorurteile wirklich gern pflegen.
28:20Aber fassen Sie mich nicht an, okay?
28:22Wenn Sie mich doch einmal umfassen, dann zeige ich Sie an.
28:25Oh, das können wir doch gleich machen. Während heute der Staatsanwaltschaft Wiesbaden.
28:30Ach, hier ist auch noch ein Staatsanwalt.
28:46Ja, ja. Die Zeiten haben sich geändert.
29:04Aufwachen.
29:07Ich schlafe nicht. Ich meditiere.
29:13Ja, hallo? Guten Morgen, Kollegen.
29:18Nein, bisher nicht aufgetaucht. Okay? Gut, wir fahren hin. Bis dann. Tschüss.
29:26Unsere Ablösung ist da. Hallo.
29:33Oh, ich freue mich so auf mein Bett.
29:35Ja, da hast du dich so früh gefreut.
29:43Na toll. Hier werden wir keine Spuren mehr finden.
29:48Mann, ey, so eine Kacke.
29:53Mal sehen, was die Kathi Udo dazu sagt.
29:58Ey, jetzt erzähl doch mal, wie war denn das mit dem Roberto Blanco Autogramm?
30:01Nee.
30:03Komm, erzähl.
30:05Ich war da mal in einem Hotel.
30:08Wollte mit dem Fahrstuhl hochfahren, die Tür geht auf.
30:10Ich hab den erst gar nicht erkannt und wollte ihn eigentlich bloß fragen,
30:13ob er mal bitte einen Knopf für mich drücken kann.
30:15Und der?
30:16Drückt mir das Autogramm von sich in die Hand.
30:19Aber es war so.
30:23Ich denke, dass Ihnen der Tod Ihres Kommilitonen Felix Bordin sehr nahe gegangen ist.
30:28Und vermutlich wissen Sie auch schon alle, dass Ihre Kommilitonin Frau Junge in ein Ermittlungsverfahren involviert ist.
30:35Das war doch ein klarer Fall von Notwehr.
30:37Ich verstehe nicht, warum Julia Ihre Ausbildung nicht weitermachen darf.
30:40Wenn ich Frau Polizeidirektorin Schönfeld richtig verstanden habe, ist das auch nur eine vorübergehende Maßnahme.
30:47Ich habe diesen Fall übernommen und ich bitte Sie um Ihre Unterstützung.
30:52Sie alle kennen sowohl das Opfer als auch die mutmaßliche Täterin.
30:56Wenn Sie also etwas gesehen haben oder gehört haben, sagen Sie es mir bitte jetzt.
31:08Gut.
31:09Ich werde noch eine halbe Stunde hierbleiben, wenn also jemand etwas zu sagen hat.
31:14Ich bin, wie gesagt, noch eine halbe Stunde hier.
31:17Danke.
31:35Du hattest recht. Die KTU kann vom Unfall keine Spuren mehr sicherstellen.
31:41Strumpfmaske mittlerweile aufgetaucht?
31:43Nein, aber die Kollegen haben Kontakt zu seiner Frau aufgenommen.
31:46Die hat ihn schon seit Wochen nicht mehr gesehen.
31:49Bis zur Zahlung des Unterhalts hat man ihm den Kontakt zu seiner Tochter untersagt.
31:52Vielleicht sollte man die Tochter überwachen?
31:54Das wird schwierig. Sie ist auf einer Klassenreise in Rom.
31:57Rom.
31:57Rom.
32:00Wir haben es damals nur bis zum Rheinpfal in Schofhausen geschafft.
32:08Sag mal, wie alt ist dieser Torsten Schramm eigentlich?
32:1144. Warum?
32:18Wer?
32:44Was aber noch in der Aite ist.
32:48Wenn ich ihn wieder einmal große Anruhe bin, nehme ich nach.
32:50Und da, wo dann in der Aite hip-Klischung zurück.
32:52Da sind ja auch in der Aite.
32:52Gehen wir die Unterhalts-Jahreie hin.
32:53Na, da ist noch ein Gerät.
32:53Wohl!
32:56Eine Musik, wenn du dir das?
33:01Tag, Frau Junge. Darf ich kurz reinkommen?
33:04Natürlich.
33:08Tag, Herr Kämper.
33:10Andreas ist vorbeigekommen, um mir seine Aufzeichnung von Ihrer Vorlesung zu geben.
33:14Ich will ja nichts verpassen.
33:15Das finde ich sehr kollegial, Herr Kämper.
33:18Wollen Sie sich setzen?
33:19Ja, danke. Darf ich nicht lang.
33:21Soll Andreas gehen?
33:22Nein, nein, nein, nein. Alles gut.
33:27Ja, kurze Frage. Können Sie sich vorstellen, dass Felix Bodin schwul war?
33:32Felix schwul?
33:34Wer zählten so meist?
33:36Schwule vergewaltigen keine Frauen.
33:39Genauso denke ich eigentlich auch.
33:42Andererseits weiß ich aus etlichen Prozessen, dass es bei vielen Vergewaltigungen gar nicht um sexuelle Motive geht,
33:47sondern um Dominanz, Machtausübung, Bestrafung.
33:50Aber das waren immer heterosexuelle Täter.
33:54Felix war nicht schwul.
34:00Na ja, es gibt einen Zeugen, der hat ausgesagt, er sei ein halbes Jahr mit Felix Bodin geirrt gewesen.
34:09Ich habe ja wirklich keinen Grund, diesem Zeugen nicht zu glauben.
34:20Frau Junge, ich denke, die Kommissarin Klar wird sich nochmal bei Ihnen melden.
34:24Ja.
34:26Danke.
34:36Hast du das gewusst?
34:38Natürlich nicht.
34:48Sie leben allein?
34:54Wir haben hier einen Wagen gefunden.
34:57Schrott, total ausgebrannt.
34:59Ach du Scheiße.
35:00Ja, weil jetzt lässt sich leider nicht mehr feststellen, ob mit Ihrem Wagen der Unfall auf der Rheingau-Straße verursacht
35:04wurde.
35:06Und haben Sie denn eine Ahnung, wer meinen Wagen geklaut hat?
35:10Möglicherweise ein gewisser Thorsten Schramm.
35:12Wir suchen ihn.
35:13Den Namen schon mal gehört?
35:16Ne.
35:17Thorsten Schramm war in der Realschule in Ihrer Klasse.
35:21Schrammi? Ja, wir haben den damals immer nur Schrammi genannt.
35:26Ja, den habe ich ja ewig nicht gesehen.
35:27Der soll meinen Wagen geklaut haben.
35:29Wenn Sie ihm nicht den Schlüssel gegeben haben?
35:31Warum sollte ich?
35:32Auf dem Weg hierher waren wir noch bei Götz Möbius.
35:35Sie haben ihre Schulden zurückbezahlt.
35:371.400 Cash auf die Hand.
35:39Ja, ja, ich habe mir das Geld vom Freund geworgt.
35:41Ich konnte ja nicht warten, bis Sie meinen Wagen gefunden haben.
35:44Und selbst dann, dann hätte ich es ja noch nicht verkauft gehabt.
35:47Und der großzügige Freund heißt nicht zufällig Thorsten Schramm?
35:50Nein.
35:53Er wird übrigens wegen zweifachen Banküberfalls gesucht.
35:56Oh.
36:01Ja gut, das war es dann schon.
36:03Wenn Sie noch einen letzten Blick auf Ihren Wagen werfen wollen, der steht bei uns auf dem Hof.
36:06Nee.
36:08Ja, nee, ich nötig.
36:09Wir finden allein raus.
36:35Sie sind weg.
36:37Warum hast du die überhaupt reingelassen?
36:40Ja, wenn ich sie nicht reingelassen hätte, dann wäre das verdächtig gewesen.
36:44Du überfällst Banken?
36:46Und fährst mit meinem Wagen vor?
36:48Dann fackelst du den auch noch ab?
36:50Ich musste Spuren beseitigen.
36:52Mann, die finden doch heutzutage alles.
36:54Fasern, Spucke, was weiß ich.
36:55Komm, lass mich doch in Ruhe.
36:58Wenn ich gewusst hätte, was du für Scheiße brauchst, ja, dann hätte ich dir meinen Wagen nicht geborgt.
37:03Ja, und jetzt?
37:05Ja, jetzt möchte ich, dass du meine Wohnung verlässt.
37:08Los, raus.
37:08Denkst du, ich hab Lust, dass die Bullen hier nochmal auftauchen?
37:12Na, und wenn du dich auf den Kopf stellst, ich bleib hier.
37:16Kopfstand wird nicht nötig sein.
37:18Moment, Hände hoch und an die Wand.
37:20Tag, Herr Schramm.
37:25Entschuldigung, woher haben Sie gewusst, dass er hier ist?
37:28Zwei Pizzaschachteln.
37:29Zwei Bierdosen.
37:36Thorsten Schramm hat die beiden Banküberfälle zugegeben.
37:39Aber er streitet ab, Frau Pfeiffer angefahren zu haben.
37:41Der Unfall war in der Rheingau-Straße.
37:43Er wohnt in der Rheingau-Straße.
37:45Hallo?
37:46Was sagt er, wo er zur Tatzeit war?
37:48Bisschen rumgefahren, einfach so um Mitterlacht.
37:53Kann ein anderes Fahrzeuggepferd gekommen?
37:56Nee, wir haben uns auf Diebmann und Schramm konzentriert.
37:59Ich lag ja wohl noch nahe, oder?
38:01Ja.
38:02Behaltet das trotzdem als Möglichkeit im Auge, ja?
38:05So, hier, das ist die Adresse von Kim Probst.
38:08Barkeeper im Amato.
38:10Da war der Liebhaber von Felix Baudin.
38:14Der Liebhaber?
38:15Baudin war schwul.
38:18Ah.
38:19Ich habe Julia Junge und Andreas Kemper damit konfrontiert.
38:22Die haben es angeblich nicht gewusst.
38:24Und wollen es auch nicht so richtig glauben.
38:27Dann werde ich wohl noch mal mit Frau Junge sprechen müssen, ne?
38:31Ja.
38:37Komm, komm, komm, komm, komm!
38:39Kemper!
38:40Sie bleibt bei Ihrer Version.
38:41Sie ist sogar richtig sauer geworden, als ich Zweifel geäußert habe.
38:45Jetzt will sie einen Rechtsanwalt einschalten.
38:47Na.
38:48Ja gut, bis später.
38:50Ciao.
38:50Ah, Herr Kemper.
38:53Hallo.
38:54Waren Sie bei Julia?
38:55Ja.
38:57Es gibt keine Veranlassung, hier nicht zu glauben.
38:59Doch, die gibt es.
39:01Weil Felix schwul gewesen sein soll.
39:03Zum Beispiel.
39:07Hm.
39:08Morgen hat Faktik.
39:09Entschuldigung.
39:10Hm.
39:24Haben Sie gut geschlafen?
39:26Nein.
39:27Also ich habe super geschlafen.
39:29Zwei Banküberfälle und ein Tötungsdelikt aufgeklärt?
39:32Ich habe niemanden umgebracht.
39:35Der Unfall war auf der Rheingau-Straße.
39:37Wo wohnen Sie?
39:38In der Rheingau-Straße.
39:39Eben.
39:40Aber die ist lang.
39:42Äh.
39:44Sie haben kein Alibi.
39:48Und wenn ich doch eins habe.
39:51Da bin ich aber mal gespannt.
39:55Frau Schönfeld?
39:57Ich hätte dann noch ein paar Fragen an Sie zu Felix Bordien.
40:01Bitte.
40:02Kannst du sich vorstellen, dass Felix schwul war?
40:07Wie kommen Sie denn aus?
40:08Die absurde Idee.
40:10War das jetzt ein Ja oder ein Nein?
40:12Mich interessiert die sexuelle Orientierung unserer Studenten nicht.
40:15Sie weichen eine Antwort aus.
40:18Bin ich jetzt Teil einer polizeilichen Ermittlung?
40:21Ja.
40:24Die Antwort lautet Nein.
40:27Weil Sie mit ihm geschlafen haben.
40:35Ich werde aus Felix Bordien nicht schlafen.
40:37Meine Kollegen haben jetzt noch jemanden gefunden, mit dem er auch ein Verhältnis hatte.
40:42Wir haben uns keine ewige Teue geschworen.
40:44Ohne Zitrone.
40:45Ah.
40:47Eine Frau hat mit einer Frau geschlafen.
40:49Er war also nicht nur schwul.
40:51Aber er ist bestimmt kein Vergewaltiger.
40:56Am Telefon sagten Sie, Sie wollen mir was zeigen.
41:01Ich hatte gestern Abend meinen Melancholischen.
41:03Ich habe mir die letzten Anrufe von Felix auf dem Anrufbeantworter angehört.
41:07Ich wollte mal seine Stimme hören.
41:09Und da war eine Nachricht, die ich jetzt im Nahhinein etwas merkwürdig finde.
41:13Nachricht 1.
41:14Kim.
41:15Es ist ja beschrecklich, hier ist passiert.
41:18Ich weiß nicht, was ich machen soll.
41:20Ich wäre so gern bei dir.
41:22Ja.
41:22Er war betrunken, das hört man ja.
41:24Haben Sie ja einen Nachnamen mit ihm telefoniert?
41:26Ja.
41:27Und ich habe gefragt, was da passiert ist, aber er wollte nicht darüber reden.
41:32Wann war der Anruf?
41:34Am Montag um 1 Uhr morgens.
41:37Eigentlich wollte er die Nacht von Sonntag auf Montag mit mir verbringen,
41:39aber eine Kommilitonin hatte ihn zu einer spontanen Geburtstagsparty eingeladen.
41:45Hat er den Namen der Kommilitonin erwähnt?
41:47War das zufällig Julia Junge?
41:48Ja.
41:49So hieß sie, ja.
41:51Hat er auch gesagt, wo die Party stattfindet?
41:53In der Kneipe in der Altstadt.
41:56Gut.
41:58Aufkommen.
42:00Auf die Motorhaube.
42:01Beine aufeinander.
42:08Haben Sie ihn geliebt?
42:10Darum ging es bei uns nicht.
42:13Doch.
42:14Doch.
42:15Auf eine Art habe ich ihn geliebt.
42:18Er war Ihr Student.
42:21Ja, ich weiß, dass das nicht richtig war.
42:24Ich habe auch geglaubt, dass mir sowas nicht passieren würde.
42:29Ich meine nicht nur wegen dem Abhängigkeitsverhältnis.
42:33Frau Klar, ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe, aber trotzdem, trotzdem würde ich Sie bitten.
42:40Ich werde es versuchen.
42:44Hallo, Schubert.
42:46Tag.
42:48Thorsten Schramm kann es übrigens nicht gewesen sein.
42:51Ach, nee.
42:53Er war zur Tatzeit im Biberich, ist seine Spielhalle eingebrochen.
42:57Wird er mal ausgeschlossen?
43:01Ich habe mit den Kollegen da gesprochen.
43:03Ein Anwohner hat ihn und das Luftfahrzeug beschreiben können.
43:06Und wissen Sie was?
43:08Alles, was er auf seinem großen Raubzug erbeutet hat, waren 50 Euro Wechselgeld.
43:12Weil er nicht wusste, dass die Spielautomaten abends geleert werden.
43:15Was für eine arme Sau.
43:18Schubert, Felix Bordin.
43:21Kommen Sie mal mit.
43:23Bordin war auf einer Geburtstagsparty von Julia Junge, irgendwo in der Altstadt.
43:28Um ein Uhr nachts hat er seinen Freund Kim angerufen und ihm gesagt, es sei was ganz Furchtbares passiert.
43:34Schauen Sie mal.
43:36Polizeischule, Altstadt.
43:38Normalerweise fährt man die Bibericher Allee runter bis zur Kasteller Straße.
43:42Die ist aber seit einer Woche vorher gesperrt, wegen der Baustelle an der Eisenbahnbrücke.
43:46Die Umleitung führt runter durch Biberich bis zum Rhein und dann die Rheingau-Straße entlang.
43:53Sie meinen, dass Bordin was mit dem Unfall zu tun hat?
43:56Ich meine, es wäre vielleicht kein Fehler, sich mal auf den Parkplätzen der Polizeischule umzuschauen.
44:21Kersin.
44:22Ja?
44:23Ja?
44:25Ja?
44:26Ja?
44:27Ja?
44:31Schubert hier, Mordkommission, ich... Ah, Claudia, wie geht's dir?
44:38Klar will ich Revanche. Okay, das machen wir so.
44:43Du, ich hab da mal eine Halteranfrage. WI RQ 573. Ja.
44:51Claudia? Ja, ja, nette Kollege.
45:04Ich hab deinen Anruf erst gerade abgehört.
45:12Was ist denn passiert? Meine Mutter hat gerade angerufen. Die Polizei war bei ihr.
45:19Was haben Sie gesagt? Sie haben den Wagen gefunden.
45:39Ja, Herr Schaum, da kommt ja ganz gut was zusammen bei Ihnen.
45:42Ja, aber ich hab ja das Geld für die Unterhaltszahlung gebraucht.
45:45Weil ich, ich hätte ja sonst meine Tochter nicht wiedersehen können.
45:48Und ich hab ja das Geld auch sofort auf das Konto meiner Ex-Frau überwiesen, also...
45:53Ja, ich weiß, ich werd das auch berücksichtigen, ne?
45:56Ihre Anwältin wird Ihnen sagen, wie's weitergeht. Wir sehen uns dann in der Behandlung.
46:01Oder?
46:03Danke.
46:03Mal, Herr Kemper, was kann ich für Sie tun?
46:05Meinst, wir haben Fehler gemacht?
46:07Naja, dass wir nicht gleich alle Halter der Fahrzeuge gecheckt haben, aber wir hatten auch viel zu tun.
46:13Und immerhin haben wir den Bank rübergefasst.
46:26Frau Junge?
46:33Ich habe einen Gewissenskonflikt.
46:36Und warum kommst du denn mit zu mir?
46:40Ich war vorhin bei Julia, sie hat mir etwas anvertraut. Und normalerweise breche ich mein Wort nicht, aber...
46:45Aber was?
46:48Es handelt sich um eine von ihr begangene Straftat.
46:55Unter den Voraussetzungen des § 258a StGB ist Strafverfolgungsvereinigung strafbar.
47:02Herr Kemper, Sie wollen Polizist werden.
47:06Ich rate Ihnen dringend zu einer Aussage.
47:13Wir haben an Sonntagabend Julias Geburtstag gefeiert. Ich bin mit dem letzten Bus nach Hause gefahren.
47:20Julia und Felix haben weitergemacht.
47:23Julia war betrunken und ist trotzdem gefahren.
47:27Felix ist mitgefahren.
47:29Auf der Rheingau-Straße ist es dann passiert.
47:32Sie hat jemand angefahren.
47:35Die Radfahrerin, über die Sie bei der Vorlesung gesprochen haben.
47:40Julia ist ausgestiegen.
47:42Die Frau war tot, sagt sie.
47:44Julia hat Panik bekommen. Den Beruf als Polizeibeamtin hätte sie sich abschminken können.
47:49Also ist sie weitergefahren.
47:51Sie sagte, dass Felix danach fix und fertig war, aber sie konnte ihn trotzdem überzeugen, den Mund zu halten.
47:59Dann hat sie gesehen, wie er versucht hat, mit ihnen zu sprechen.
48:02Am nächsten Morgen, nach unserem gemeinsamen Frühstück, hat er ihr gesagt, dass er ihnen alles erzählen will, egal was passiert.
48:12Sie hatten sich gestritten.
48:15Julia hat einen totalen Blackout gehabt und zugeschlagen.
48:32Frau Junge?
48:35Hallo.
48:36Frau Junge?
48:37Hallo.
48:39Frau Junge.
48:47Wenn die Frau aussah, dann wäre es Notwehr gewesen und sie hätte weiter studieren können.
48:52Puh.
49:02Warum hat sie ihnen das alles erzählt?
49:04Die Kommissare haben den Wagen gefunden.
49:07Der war auf ihre Mutter gemeldet, die denen wohl erzählt hat, dass ihre Tochter hinfährt.
49:15Ich habe Julia geraten, sich zu stellen.
49:18Aber das wollte sie auf keinen Fall.
49:27Kerstin.
49:27Es sieht so aus, als ob sie versucht hätte, sich das Leben zu nehmen.
49:31Ja, wenn wir zehn Minuten später hier gewesen wären, wäre sie tot gewesen.
49:35Ruf mich bitte an, wenn ihr mehr wisst, ja?
49:37Danke.
49:55Er wollte sich nicht ordnen.
49:57Ich dachte erst, er macht Spaß.
49:58Ich verstehe nicht, warum Julia ihre Ausbildung nicht weitermachen darf.
50:01Schwule vergewaltigen keine Frauen.
50:02Sie arrangierte alles so, dass es nach einem Vergewaltigungsversuch aussah.
50:10Als er mich angerufen hat, war Andreas Kemper gerade bei mir.
50:12Er hat sich Sorgen gemacht, Julia Junge könne sich etwas antun.
50:15Ha.
50:16Ist der Mann sehr?
50:18Gute Frage, Schubert.
50:19Gute Frage.
50:21Sag mal, wer hat dir eigentlich davon erzählt, dass Felix Bodin eine Affäre mit der Polizeidirektorin hatte?
50:26War das Julia Junge?
50:27Nein, Andreas Kemper.
50:29Aha.
50:30Und warum hat er das erzählt?
50:31Wahrscheinlich wollte er Julia Junge helfen.
50:34Nachdem du herausgefunden hattest, dass Bodin was mit einem Mann hatte,
50:38ist die Geschichte von der versuchten Vergewaltigung natürlich nicht mehr ganz so glaubhaft.
51:05Ich möchte Sie zunächst darüber informieren, dass unsere Ermittlungen ergeben haben, dass Julia Junge ...
51:11die Unfallverursacherin war.
51:14Sie war zum Zeitpunkt des Unfalls alkoholisiert.
51:16Felix Bordien saß als Beifahrer mit in ihrem Auto.
51:21Wir haben diese Information von einem Zeugen,
51:23dem sich Frau Junge anvertraut hat.
51:27Ermittelnde Polizisten und Staatsanwälte
51:29müssen sich eine eigene Meinung über die Glaubwürdigkeit von Zeugen bilden.
51:33Sollte also auch nur der geringste Zweifel
51:36an der Glaubwürdigkeit eines Zeugen auftauchen,
51:38muss mit großer Präzision weiter ermittelt werden.
51:42Zeugenaussagen müssen auf ihren Wahrheitsgehalt überprüft werden.
51:46In diesem Fall hat der Zeuge Angaben darüber gemacht,
51:49wo er sich zur Tatzeit aufgehalten hat.
51:52Da bereits Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Zeugen aufgetaucht sind,
51:56werden Untersuchungen nötig,
51:57die bei einem Suizidversuch nicht unbedingt die Regel sind.
52:01Von der Qualität Ihrer Arbeit
52:04hängt die Qualität meiner Arbeit an.
52:06Fehler, die Sie während Ihrer Ermittlung machen,
52:09führen zwangsläufig zu Fehlern in meiner Anklagenschrift.
52:13Und jeder Täter wartet nur darauf, dass wir Fehler machen.
52:16Jeder Täter wartet darauf, dass wir aufgeben und sagen,
52:19das war's, es ist zu Ende ermittelt.
52:21Und jeder Rechtsanwalt legt sich die Finger nach solchen Schwachstellen,
52:24mit denen er seinen Mandanten Vorteile verschaffen kann.
52:28Fragen Sie sich immer und immer wieder,
52:31habe ich etwas übersehen?
52:33Gab es doch eine Beziehung zwischen Opfer und Täter?
52:37Und wenn Sie spüren,
52:39Sie haben Zweifel an der Aussage,
52:43dann werden Sie auch etwas finden.
52:46Nehmen wir also einfach mal an,
52:48Staatsanwalt und Polizei seien zu der Auffassung gelangen,
52:51der Zeuge hat die Unwahrheit gesagt.
52:54Aber warum sollte der Zeuge so etwas tun?
52:56Wie ich schon sagte, es gibt Zeugen,
52:57die mit ihrer Aussage eigene Interessen verbinden.
53:01Aber was für Interessen könnten das denn sein in unserem Fall?
53:04Ja, vielleicht hat ja der Zeuge das Auto gefahren,
53:08als der Unfall passierte.
53:09Er wollte seinen Führerschein nicht verlieren.
53:11So ein Beispiel.
53:12Aber vielleicht ging es ja auch mehr als um einen Führerschein.
53:15Stellen wir uns also vor,
53:17in dem Auto saßen neben der mutmaßlichen Fahrerin
53:19und den Zeugen eine weitere Person,
53:23deren Aussage der Zeuge unbedingt verhindern wollte.
53:26Eine Vertuschungstat?
53:28Das glauben Sie doch nicht im Ernst.
53:29Warum denn nicht?
53:31Seien Sie kreativ, kommen Sie, seien Sie kreativ.
53:34Was für eine Beziehung könnte das gewesen sein
53:36zwischen dieser weiteren Person mit dem Zeugen?
53:39Waren es Freunde, waren es Rivalen,
53:41wenn es Rivalen waren, worum ging es bei dieser Rivalität?
53:44Eine Frau?
53:45Zum Beispiel.
53:46Um eine Frau.
53:48Vielleicht ging es aber auch um etwas anderes.
53:50Vielleicht waren die beiden Kollegen.
53:51Und der Zeuge war krankhaft ehrgeizig.
53:54Und er hat es nicht ausgehalten,
53:55dass sein Kollege besser war als er.
53:57Und vielleicht ist ihm ja auch schlagartig klar geworden,
53:59dass die Aussage des Kollegen
54:01seine eigene vielversprechende Karriere beenden würde.
54:07Und stellen wir uns doch einfach mal weiter vor.
54:10Dem Zeugen ist es gelungen,
54:12die mutmaßliche Fahrerin dazu zu überreden,
54:15die Schuld am Tod des Rivalen auf sich zu nehmen.
54:18Wie könnte er das erreicht haben?
54:20Vielleicht hat er Sie dazu überredet,
54:22zu behaupten,
54:23sie habe sich gegen einen Vergewaltigungsversuch gewehrt,
54:26damit sie straffrei ausgeht.
54:27Geben Sie es zu.
54:30Sie sind kein Staatsanwalt,
54:31Sie sind ein Hellseher.
54:34Sie ist ein Hellseher.
54:35Aber dann hätte er die Frau doch auch umbringen müssen.
54:38Die war doch auch eine Zeugin.
54:40Clevere Idee.
54:42Eine sehr clevere Idee.
54:45Genauso könnte es gewesen sein.
54:48Nachdem Felix Bordin seine Absicht geäußert hatte,
54:51sich der Polizei zu offenbaren,
54:53war er völlig arglos zum Frühstück bei Julia Junge erschienen.
54:56Während Frau Junge wie verabredet unter die Dusche ging,
55:00kam Bordin's Mörder herein
55:02und erschlug sein wehrloses Opfer.
55:19Er fügte Frau Junge Kratzspuren mit der Hand des Toten zu
55:22und hinterließ ihre Fingerabdrücke auf der Tatwaffe.
55:26Der Täter ist mit kaltblütiger Professionalität vorgegangen.
55:31Er trug Schutzkleidung,
55:33um keine biologischen Spuren zu hinterlassen.
55:36Und genau so war es auch.
55:39Dem Täter ist nur ein verhängnisvoller Fehler unterlaufen,
55:42als er der mutmaßlichen Fahrerin,
55:44ach, nennen wir sie doch einfach Julia Junge,
55:48in Tötungsabsicht eine Überdosis Tabletten verabreicht hat.
55:55Fingerabdrücke.
55:56Das kann gar nicht sein, er hat die ganze Zeit Handschuhe an.
55:59Hoppla.
56:01Herr Kemper.
56:02Das war jetzt aber jede Menge Täterwissen.
56:07Herr Kemper, ich nehme mir Sie vorläufig fest,
56:09wegen Mordesversuchten, Mordes schwerer Körperverlässung,
56:12mit Todesfolge in Taterneid mit Fahrerflucht.
56:27Herr Kemper.
56:46Weihnachtsmann, Weihnachtsmann, Weihnachtsmann, ja!
57:01Es gibt eine erfreuliche Nachricht.
57:03Julia Junge ist heute Morgen aus ihrem Koma aufgewacht.
57:06Es geht ihr den Umständen entsprechend gut.
57:09Wahrscheinlich weniger erfreulich für Frau Junge ist,
57:11dass sie mit einer Anklage wegen Vertuschung einer Straftat
57:14und Falschaussage rechnen muss.
57:16Ich denke, das war's für heute.
57:18Danke dir auch.
57:19Vielen Dank.
57:19Danke.
57:20Danke.
57:20Untertitelung des ZDF, 2020
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