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Spaß
Transkript
00:00Ich hab die Seiten nie gewechselt.
00:03Ich weiß schon, dass Delbrück dich damals ziemlich reingeritten hat.
00:06Ja, hat ganze Arbeit geleistet.
00:08Was hast du denn jetzt vor?
00:10Gehst du wieder in den Polizeidienst ein?
00:11Kann man ein guter Polizist sein, auch ohne an die unbedingte Gerechtigkeit zu glauben?
00:16Als Anwältin würde ich dir jetzt antworten,
00:18für Gerechtigkeit muss man jeden Tag aufs Neue kämpfen.
00:22Aber es ist ein gutes Gefühl, wenn dabei einem Unschuldigen geholfen wird.
00:28Ich kann mich ja mal umhören, ob hier in Falkenteil vielleicht jemand gebraucht wird.
00:31Die Werte ihrer Mutter haben sich noch nicht stabilisiert.
00:33Der Blutverlust war enorm.
00:35Dann geben sie ihr doch noch eine Infusion.
00:37Ja, da liegt genau unser Problem.
00:39Die Vorräte sind momentan erschöpft.
00:41Was, die haben kein Blut mehr?
00:44Was für eine Blutgruppe hat sie denn?
00:46Nur negativ, dazu kell positiv.
00:49Was ist?
00:51Hast du die?
00:53Ihr hättet mich sterben lassen sollen.
00:56Was sagst du da?
00:58Glaubst du, dass ich vor lauter Dankbarkeit jetzt ein Geständnis ablege und für immer im Gefängnis bleibe?
01:06Ihr hättet eure Chance, mich loszuwerden.
01:10Es werde ich für meine Freiheit kämpfen.
01:12Was hast du vor?
01:14Das alles wird dir noch sehr leid tun.
01:17Die Einzige, die am Ende im Gefängnis sitzt, das bist du.
01:34Die Einzige, die am Ende im Gefängnis sitzt, das ist die Einzige, die am Ende im Gefängnis ist.
02:03Die einzige, die am Ende im Gefängnis ist.
02:07Die Einzige, die am Ende im Gefängnis ist.
02:16Die Einzige, die am Ende im Gefängnis ist.
02:22Du hast einen Menschen auf dem Gewissen. Deshalb bist du im Gefängnis.
02:28Das wäre ja nie so weit gekommen, wenn du und dein Vater nicht diesen perfiden Plan entwickelt hättet, mich zurück
02:33nach Falkenthal zu holen.
02:34Damit habe ich nichts zu tun, das weißt du ganz genau.
02:36Du hast mich an die Polizei verraten. Und du hast mir auch die Chance genommen, meinem Leben ein für allemal
02:41ein Ende zu setzen.
02:45Du willst nicht allen Ernstes sterben, weil du ins Gefängnis musst.
02:50Ich wollte aufgeben.
02:52Aber jetzt werde ich alles daran setzen, zu gewinnen.
02:57Ich werde nicht im Gefängnis bleiben.
03:04Dann sehen wir uns vor Gericht wieder.
03:32Ich werde nicht im Gefängnis bleiben.
03:40Entschuldigung, ich wollte nichts stören.
03:44Es ist nur, ich habe Licht gesehen.
03:47Ist schon gut, Frau Landmann.
03:49Ich komme gerade aus dem Gefängniskrankenhaus.
03:52Was ist mit Annabelle?
03:55Das Schicksal will, dass wir beide die gleiche seltene Blutgruppe haben.
04:01Hätte ich ihr nicht geholfen, hätte sie die nächste Stunde nicht überlebt.
04:05Sagt der Arzt.
04:09Für Nora bin ich sehr dankbar, dass es so gekommen ist.
04:12Und Sie sind kein Mensch, der einen anderen einfach so sterben lässt.
04:17Egal, was er getan hat.
04:20Ihre ersten Worte waren ein Vorwurf.
04:23Ich hätte sie sterben lassen sollen.
04:25Außerdem macht sie Nora für alles verantwortlich, was ihr widerfahren lässt.
04:29Das sieht ihr ähnlich.
04:31Ja.
04:33Aber wissen Sie was?
04:34Ich habe eines begriffen.
04:38Egal, was Annabelle getan hat.
04:40Ihr Tod wäre mir kein Trost gewesen.
04:45Ich weiß genau, was Sie meinen.
04:48Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, als ich Sie da liegen sah.
04:52Warum ich mich überhaupt jemals in Sie verliebt habe.
04:58Ich weiß es einfach nicht mehr.
05:15Nora, komm rein.
05:16Entschuldige, seid ihr schon im Bett?
05:18Und wenn, dann wäre er wieder aufgestanden.
05:21Wie geht's dir?
05:22Komm, setz dich.
05:24Ja, wie gesagt.
05:24Ich habe wirklich geglaubt, meine Mutter stirbt.
05:27Richard hat sie gerettet.
05:29Wie geht es ihr denn jetzt?
05:31Sie ist wieder ganz die Alte.
05:35Und dabei habe ich für einen kurzen Moment gehofft, dass mit Richards Blut ein wenig Gefühl in
05:40ihre Adern kommt, aber...
05:41Wieso?
05:42Was hat sie denn gesagt?
05:44Sie will mir das Leben zur Hölle machen.
05:46Sie gibt mir nicht nur Schuld an ihrer Inhaftierung, sondern auch daran, dass sie überlebt hat.
05:51Ich wusste auch nicht, was ich dazu sagen sollte.
05:53Sie sucht einfach verzweifelt jemanden, den sie für ihre Lage verantwortlich machen kann.
05:56Nein, nein, das ist es nicht nur.
05:59Sie wollte wirklich sterben, Simon.
06:02Ich bin mir nicht sicher, ob ich mein Geständnis abgelegt hätte, wenn ich gewusst hätte,
06:06dass ich sie damit ins Grab bringe.
06:08Nora, deine Mutter ist für ihr Leben selbst verantwortlich und du für deins.
06:11Du kannst nicht immer nur draufzahlen, damit es deiner Mutter besser geht.
06:16Simon hat recht.
06:18Du musst anfangen, an dich selbst zu denken.
06:20Das hört sich aber sehr nach Rückschritt an.
06:23Ich habe mein Leben lang nichts anderes getan.
06:25Lektion Nummer zwei.
06:26Es ist nichts Schlimmes dabei, ab und zu an sich selbst zu denken.
06:30Und so wird aus einem Rückschritt eine Entwicklung.
06:33Eine Entwicklung in mehrfacher Hinsicht.
06:38Denn ich habe auch das Gefühl, dass ich mit jeder Enttäuschung, die ich durch meine Mutter erlebe,
06:44auch ein Stückchen wachse.
06:52Oh, Frau Landmann, Sie sind ein Schatz.
06:55Zeit für Erinnerungen.
06:57Na ja, von vielen Momenten im Leben ist das oft das Einzige, was bleibt.
07:01Eine Geschichte in Bildern.
07:04Die dafür sorgen, dass wir die Vergangenheit nicht vergessen.
07:07Na, ist doch schön.
07:09Ja, vielleicht.
07:11Trotzdem gibt es in meiner Vergangenheit viele Dinge, die ich gern vergessen würde.
07:14Hm, Sie sprechen von Annabelle.
07:17Zum Beispiel.
07:18Wenn ich an die gemeinsame Zeit mit dir zurückdenke, dann wünschte ich mir oft, dass ich Dinge rückgängig machen könnte.
07:27Die Chance haben wir im Leben nicht.
07:29Wir können höchstens aus unseren Fehlern lernen für die Zukunft.
07:34Ja, trotzdem hätte ich gerne vor Jahren schon die Einsicht besessen, die ich heute habe.
07:39Sie sollten nichts bedauern, Herr van Weiden.
07:44So schmerzhaft, wie unsere Erfahrungen auch waren.
07:46Sie haben uns zu den Menschen gemacht, die wir heute sind.
07:50Ja, und ihre Verbindung mit Annabelle hatte ja auch positive Folgen.
07:57Nora meine ich.
07:59Ach so, da haben Sie natürlich recht.
08:03Sie hat eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht.
08:06Sie können stolz auf sie sein.
08:09Das bin ich auch, Frau Landmann.
08:10Das bin ich wirklich.
08:21Frau Rittmann, guten Abend.
08:23Na, auch endlich Feierabend? Oder ist man als Kommissarin immer im Dienst?
08:27Da geht's uns wie den Anwälten.
08:30Und was machen die Ermittlungen im Fall von Frau Grafenberg?
08:32Wollen Sie mich jetzt beeinflussen?
08:34Was denken Sie von mir?
08:36Aber ich würde Sie sehr gerne auf ein Glas Wein einladen.
08:39Das ist ein faires Angebot.
08:41Zwei Wein, bitte.
08:44Und was ist mit meinen Recherchen über den Fall von Frau Bernstein?
08:48Waren die Ihnen hilfreich?
08:49Tja, wie man's nimmt.
08:51Der Fall ist äußerst kompliziert,
08:53da Jan Delbrück für die Vernichtung sämtlicher Beweismittel gesorgt hat.
08:56Ja, ich weiß.
08:58Das Auto ist nach dem Unfall sofort in der Schrottpresse verschwunden.
09:02Und der Mann, der sich zu den Manipulationen der Bremsen bekannt hat,
09:05ist definitiv nicht der Täter.
09:07Er wurde bestochen. Vielen Dank.
09:11Jan Delbrück hat ganze Arbeit geleistet.
09:13Das muss hart sein, wenn man erkennt,
09:15dass ein Mensch, den man für einen Freund gehalten hat,
09:17alles daran setzt, einem zu schaden.
09:19Allerdings.
09:21Ich hätte nicht gedacht, dass er sogar zu einem Mord fähig ist.
09:24Und meinem Bruder hat er um seinen guten Ruf als Polizist
09:27und um zwei Jahre seines Lebens gebracht.
09:30Der Fall hat natürlich die Runde gemacht.
09:35Wie geht's denn Ihrem Bruder inzwischen?
09:37Ganz gut. Er versucht, seinen Frieden mit der Vergangenheit zu schließen.
09:41Das ist nicht einfach. Will er in den Polizeidienst zurück?
09:44Ja, ich denke schon.
09:45Also, wenn Ihnen die Dienststelle in Falkenthal interessiert,
09:48da sieht's ganz gut aus.
09:50In nächster Zeit werden einige Stellen bei uns frei.
09:51Das klingt ja wunderbar. Das werde ich Tom ausrichten.
09:54Vielleicht lässt sich da ja was machen.
09:55Darf ich fragen, worum es geht?
09:57Wenn man vom Teufel spricht.
10:00Darf ich vorstellen, Kommissarin Tanja Redmann,
10:02Tom Nowak, mein Bruder.
10:03Guten Tag.
10:04Hallo.
10:05Hallo.
10:17Was machen Sie eigentlich noch hier?
10:19Es ist doch schon spät.
10:20Sie arbeiten doch auch noch.
10:22Tja, ich hab ja auch noch zu tun, im Gegensatz zu Ihnen.
10:25Was haben Sie denn da eingetütet, wenn ich fragen darf?
10:28Das ist privat.
10:29Sonst würde ich es ja nicht in einen Umschlag stecken.
10:32Und warum machen Sie es dann hier an Ihrem Arbeitsplatz,
10:34wenn es privat ist?
10:36Sie tun es schon wieder.
10:38Was denn?
10:39Sich in andere Leute Angelegenheiten mischen.
10:42Dann kleben Sie doch Ihre Umschläge woanders zu, ja?
10:46Was in meiner Küche stattfindet, das geht mich auch etwas an.
10:51Hallo.
10:52Es ist Zeit, Arrivederci zu sagen.
10:55Ich habe noch etwas für Sie.
10:57Ihr Zeugnis.
10:59Signora Adam, das ist aber freundlich.
11:02Darf ich?
11:03Natürlich.
11:11Erfüllte er stets mit größtem Einfühlungsvermögen
11:13und zu unserer vollsten Zufriedenheit.
11:16Vielen Dank.
11:17Mille Grazie.
11:18Für alles.
11:19Sie waren sehr freundlich, Sie beide.
11:21Das ist auch ein sehr gutes Zeugnis, Herr Martelli.
11:24Das haben Sie sich auch verdient.
11:27Kein Grund, ein Geheimnis draus zu machen.
11:29Es tut mir leid, dass Ihre Hospitanz vorzeitig zu Ende gehen muss, aber...
11:34Ich bitte Sie, das verstehe ich doch.
11:36Was verstehen Sie?
11:38La Cucina.
11:40Die Küche ist eng für drei.
11:43Frau Landmann sagt immer, sie wäre zu eng für zwei Leute.
11:46Ja, für zwei Leute kann sie nicht ein Genug sein, wenn Amore im Spiel ist.
11:50Signora Landmann.
11:53Herr Ludwig.
11:57Arrivederci.
11:58Arrivederci.
11:59Arrivederci.
12:05Amore.
12:07Lächerlich.
12:14Erkundigen Sie sich, dann sind wir bald Kollegen.
12:17Das wäre doch die Chance, du kannst es genau da weitermachen, wo du aufhören musstest.
12:21Ja, ich möchte das aber trotzdem nicht.
12:24Aber du hast doch gesagt, du willst zurück in den Polizeidienst.
12:27Das will ich auch immer noch.
12:28Aber Sie wollen es allein schaffen.
12:30Nein, ich möchte den Dienstgrad wechseln und wieder bei der Streife anfangen.
12:34Sie wollen sich zurückstufen lassen, freiwillig?
12:36Ist das dein Ernst?
12:38Ich kenne Ihren Fall, Herr Nowak.
12:40Sie sind das Opfer des Justizirrtums.
12:42Wenn Sie sich jetzt degradieren lassen, dann werden die Kollegen falsche Schlüsse daraus ziehen.
12:46Ich bin rehabilitiert worden.
12:48Das reicht mir.
12:49Das ist natürlich eine gute Einstellung.
12:51Der Außendienst braucht fähige Mitarbeiter, die engagiert sind.
12:54Ich habe während der letzten zwei Jahre erlebt, wie viele Schicksale sich auf der Straße abspielen.
12:58Im Innendienst bekommt man davon gar nichts mit.
13:00Das heißt, du willst also den kleinen Leuten zu ihrem Recht verhelfen?
13:04Ich bin eben dein Bruder.
13:05Du hast dich auch jahrelang für Menschenrechte eingesetzt, ohne auf das Hunderat zu achten.
13:09Dann stoßen wir doch darauf an, dass die Bürger in Falkenthal bald wieder ruhiger schlafen können.
13:13Und ich mir keine Sorgen mehr ums Falschpacken machen muss.
13:15Das träumst du auch einmal.
13:27Nora, ich habe schon auf dich gewartet.
13:31Boah, schön, dass du noch wach bist.
13:36Wie war es bei deiner Mutter?
13:38Es geht ihr schon viel besser.
13:40Sie ist schon fast wieder die Alte.
13:52Ich verstehe das nicht.
13:54Warum hasst sie mich so?
13:58Das tut sie nicht.
14:02Ich glaube, sie hasst eigentlich nur sich selbst.
14:08Ich bin schuld an allem.
14:10An ihrer Haft, an ihrem Selbstmordversuch.
14:12Ich glaube, dass sie sich nur umbringen wollte, damit ich mich ein Leben lang schuldig fühle.
14:17Ja, es kann schon sein.
14:19Aber sie kann die Verantwortung für das, was sie getan hat, nicht abgeben.
14:22Niemand kann das.
14:24Du hast das begriffen und deshalb hast du dich selbst gestellt.
14:29Würdest sie sich jemals ändern?
14:32Ist sie jetzt so geworden, oder war sie immer schon so?
14:38Das habe ich mich auch oft gefragt, wenn ich über unsere frühere Beziehung nachgedacht habe.
14:43Weißt du, ich glaube, ihre Intelligenz und ihr Durchsetzungsvermögen, das hat mich immer angezogen.
14:52Und wahrscheinlich habe ich in meiner Verliebtheit andere negative Aspekte ihrer Persönlichkeit einfach ausgeblendet.
14:58Aber inzwischen glaube ich, dass Annabelles Zuneigung zu mir nie frei von Eigennutz war.
15:06Sie hat schon immer andere Menschen manipuliert und belogen.
15:12Aber dir kann sie nichts mehr antun.
15:14Du musst sie nicht einmal sehen, wenn du das nicht willst.
15:17Hast du eine Ahnung?
15:18Sie hat mir gedroht.
15:24Womit?
15:27Dass sie mich fertig machen will.
15:30Dass sie mir das Leben zur Hölle macht.
15:33Weil wir sie nicht haben sterben lassen.
15:35Nein, nein.
15:36Nein, nein.
15:36Das hört sie nicht.
15:38Warum nicht?
15:39Sie belügt, sie betrügt, sie besticht.
15:41Sie hat es sogar geschafft, an ein Telefon im Gefängnis zu kommen.
15:43Nein, nein.
15:45Kommissarin Redman hat dafür gesorgt, dass Annabelle verschärfte Haftbedingungen bekommt.
15:49Sie wird sich nicht mehr belästigen.
15:52Ich will endlich meine Ruhe, Frau Nobel.
15:56Das verstehe ich.
16:10Bringen Sie mir bitte ein Telefon.
16:13Haben Sie nicht gehört, ich muss telefonieren.
16:15Ich bin ja nicht taub.
16:17Dann bringen Sie mir doch endlich ein Telefon.
16:19Das geht nicht.
16:20Was soll das heißen?
16:22Für Sie gelten ab sofort verschärfte Sicherheitsbedingungen.
16:25Unter anderem werden Sie bis auf weiteres Tag und Nacht bewacht.
16:28Und ansonsten haben Sie sich natürlich den allgemeinen Regeln dieser JVA zu fügen.
16:32Ich muss mit meinem Anwalt reden.
16:34Das ist mein gutes Recht.
16:35Sicher?
16:36Ich werde den Staatsanwalt informieren.
16:38Der muss das entscheiden.
16:39Morgen.
16:40Und versuchen Sie gar nicht erst, mich zu bestechen.
16:44Das ist meiner früheren Kollegin auch schon nicht bekommen.
17:08Was hältst du davon, dass Annabelle Nora bedroht?
17:12Seit Annabelle ihren Selbstmordversuch wahrgemacht hat, nehme ich jetzt alles sehr ernst.
17:18Hattest du denn gegen Nora etwas in der Hand?
17:20Naja, nicht direkt.
17:22Geht das ein bisschen konkreter?
17:24Richard, für den Mord an Helena gibt es keine eindeutigen Beweise.
17:28Annabelle sitzt allein aufgrund von Noras Aussage im Gefängnis.
17:33Das heißt, wenn Noras Geständnis aus irgendeinem Grund für das Gericht die Relevanz verliert,
17:38hat Annabelle wesentlich bessere Karten in der Hand.
17:41Was soll das heißen, die Relevanz verlieren?
17:43Nora ist entschlossen, ihr Geständnis abzulegen.
17:46Es ist egal, ob Annabelle sie bedroht.
17:48Sie wird keinen Rückzieher machen.
17:49Darum geht es nicht.
17:51Annabelles Anwälte werden versuchen, Nora vor Gericht zu demontieren,
17:55damit ihr Geständnis an Beweiskraft verliert.
17:58Ja, wahrscheinlich.
18:00Und wie könnte das aussehen?
18:02Naja, Nora hat einen Selbstmordversuch hinter sich und sie war in therapeutischer Behandlung.
18:08Dieser Selbstmordversuch war doch nur vorgetäuscht.
18:10Sie wollte Simon Becker um jeden Preis zurückholen.
18:13Ja, das macht es nicht besser.
18:14Was bleibt, ist eine labile Zeugin, die aufgrund eines Abhängigkeitsverhältnisses sogar versucht hat, sich das Leben zu nehmen.
18:21Mist.
18:22Ich verstehe.
18:24Hinzu kommt, dass sie ihre eigene Schwester erpresst und bedroht hat.
18:27Das heißt, sie hat in der Vergangenheit nicht davor zurückgeschreckt, sogar ihrer eigenen Familie zu schaden.
18:32Ja, aber Luisa wird doch auch vor Gericht aussagen.
18:34Ja, nur leider wird sie diese Geschichte vor Gericht auch bestätigen, wenn sie unter Eid steht.
18:39Richard, Annabelles Anwälte werden sich auf all diese vergangenen Geschichten stürzen wie die Geier.
18:43Und wenn sie es schaffen, Nora als psychisch labile und von daher unzuverlässige Persönlichkeit darzustellen,
18:51verliert Noras Geständnis in den Augen der Richter die Bedeutung.
18:54Ja. Und Annabelle hat gute Chancen, wieder freizukommen.
18:58Toll.
18:58Noch haben wir nicht verloren.
19:00Es kommt sehr auf Noras Auftritt vor Gericht an.
19:05Wenn Annabelles Anwälte es nicht schaffen, ihre Glaubwürdigkeit zu erschüttern, gewinnen wir den Prozess.
19:11Ja. Aber Fakt ist, dass Nora von Annabelles Anwälten attackiert wird.
19:15Das bedeutet eine enorme psychische Belastung für sie.
19:18Das stimmt und darauf sollten wir sie gut vorbereiten.
19:26Ach, übrigens, was macht denn dein Hospitant?
19:30Das ist der Hospitant von Herrn Adam.
19:32Und der ist weg.
19:33Zum Glück.
19:34Was hast du dann plötzlich gegen den Mann?
19:37Du hast doch euer gemeinsames Frühstück sehr genossen, oder?
19:40Da wusste ich ja noch nicht, dass er mir die ganze Zeit von Herrn Adam vorschwärmen würde.
19:44Außerdem ist er aufdringlich.
19:46Ach, ist er dir zu nahe getreten?
19:48Nein.
19:49Äh, oder doch. Ich meine, in gewisser Weise schon.
19:53Herr Matteli hat bestimmt eine Menge gelernt.
19:56Mit Ihnen als Vorbild.
19:57Das sieht ja Frau Landmann leider ganz anders.
20:00Wieso?
20:01Hast du dir das etwa gesagt?
20:02Ich merke sowas, Herr Becker.
20:04Also, soviel ich weiß, hält Frau Landmann große Stücke auf Sie.
20:07Wieso? Hat sie sowas gesagt?
20:10Ich merke so etwas, Herr Adam.
20:15Amore.
20:16Nicht so laut.
20:17Die hört man ja bis ins Gutshaus.
20:19Entschuldige.
20:20Wie hat denn dein Ludwig da...
20:21Das ist nicht mein Ludwig.
20:22Wenn Frau Landmann selbst Ihnen gegenüber keine direkten Worte gebraucht hat,
20:27halten Sie es für möglich, dass sie gegenüber Herrn Matteli von ihren Gefühlen gesprochen hat.
20:34Ich meine...
20:36Was denn für Gefühle?
20:38Nein, Gefühle, was über das rein Berufsmäßige hinausgeht.
20:44Immerhin war sie mit Herrn Matteli frühstücken.
20:47Also, Eva hatte Gefühle für Herrn Matteli?
20:51Nein, Gefühle für mich, meine ich.
20:54Ah.
20:54Können Sie sich vorstellen, dass Frau Landmann gegenüber Herrn Matteli über ihr Verhältnis zu mir gesprochen hat?
21:04Weiß ich nicht, wie ist es denn?
21:06Was?
21:06Na, ihr Verhältnis.
21:07Frau Landmann, nämlich haben doch kein Verhältnis.
21:10Also, wenn ich dich und Herrn Adam manchmal so sehe, dann...
21:13Was ist dann?
21:15Kommt ihr mir doch recht vertraut vor.
21:17Jetzt fang du nicht auch noch damit an, ja?
21:20Wir sind Kollegen, mehr nicht.
21:23Das hat auf Seniode Matteli offensichtlich ganz anders gewirkt.
21:27Wieso meinst du, Herr Adam hat ihm irgendetwas gesagt?
21:30Inwiefern?
21:31Na, ja, du weißt schon.
21:33Ich meine, dass zwischen ihm und mir irgendetwas ist.
21:36Ich meine, nichts rein Professionelles, sondern irgendetwas so in Richtung Amore?
21:44Wir sind Kollegen, sonst nichts.
21:47Und unser Verhältnis, unsere Beziehung, unser Umgang ist rein professionell.
21:51Keine Gefühle?
21:52Absolut nicht.
21:53Ja, genau.
21:54Ja, dann wäre ja alles geklärt.
21:56Eben.
21:59Hirngespinste.
22:01Na, immerhin ist Seniode Matteli ein Italiener und die haben für so etwas ein Auge.
22:06Dann ist er eben auf einem Auge blind.
22:09Der Herr Matteli Amore.
22:15Mir war von Anfang an klar, dass es nicht einfach wird.
22:19Wir müssen damit rechnen, dass jede Kleinigkeit, die gegen Sie sprechen könnte, in aller Öffentlichkeit ausgebreitet wird.
22:26Womit muss ich denn genau rechnen?
22:28Man wird versuchen, Ihre Glaubwürdigkeit zu erschüttern, indem man Ihre geistige Gesundheit infrage stellt.
22:34Und dazu biete ich eine große Angriffsfläche.
22:36Wenn ich daran denke, was ich alles unternommen habe, um mit Simon zusammenzukommen?
22:40Gott.
22:42Hinzu kommt das, was Sie tatsächlich zu Protokoll gegeben haben.
22:45Sprich, die Fahrerflucht beim Unfall Harald Beckers, die Erpressung Ihrer Schwester, Beihilfe zum Betrug.
22:50Das klingt so, als würde Annabelle leichtes Spiel mit mir haben.
22:53Sie stehen nicht alleine vor Gericht.
22:55Ich werde all meinen Ehrgeiz in Ihre Verteidigung legen.
22:58Danke, Frau Nowak.
23:00Und ich werde auch an deiner Seite stehen.
23:02Egal, was noch alles kommt.
23:05Muss ich dann immer noch mit einem Strafmaß von bis zu zwei Jahren rechnen?
23:10Ja, aber die Untersuchungshaft bleibt Ihnen erspart.
23:14Ich werde gleich nochmal mit der Staatsanwaltschaft telefonieren, wegen des genauen Prozesstermins.
23:18Ich wollte nur, dass Sie sich keine falschen Hoffnungen machen.
23:22Es wird für uns alle nicht leicht und wir sollten uns sehr gut auf diesen Prozess vorbereiten.
23:26Aber vergessen Sie nicht, trotz allem stehen unsere Chancen nicht schlecht.
23:31Danke, Frau Nowak.
23:33Ich will endlich mit der Vergangenheit abschließen und ein neues Leben beginnen.
23:36Ja.
23:41Aber dein neues Leben hat doch schon angefangen.
23:44Ach, danke.
23:46Ich weiß gar nicht, wie ich es ohne dich geschafft hätte.
24:08Hey, Elsa.
24:09Hey.
24:10Äh, einen doppelten Espresso, bitte.
24:12Ja.
24:13Ach was.
24:13Nein.
24:14Wem hast du denn heute eine Grube gegraben?
24:17Pass mal lieber auf.
24:19Beim Joggen durch den Wald kann man leichter in eine Grube fallen, als man denkt.
24:22Äh, hä, hä.
24:23Witzig.
24:24Unser Wilderer ist übrigens kein Unbekannter.
24:26Er ist mehrfach vorbestraft und wurde bereits mit Haftbefehl gesucht.
24:29Och, dann haben wir...
24:30Also, habt ihr einen richtigen Prominenten geschnappt?
24:33Zumindest können wir sicher sein, dass die Tiere die nächsten paar Jahre Ruhe vor ihm haben.
24:37Aber weißt du das denn eigentlich so genau?
24:40Ich komme gerade vom Polizeipräsidium.
24:43Um noch mehr über den Wilderer zu erfahren?
24:45Das nun nicht gerade.
24:46Ich hatte ein Vorstellungsgespräch.
24:48Ach.
24:49Und?
24:51Ganz gut gelaufen, glaube ich.
24:53Dann hat Falkenthal also bald einen neuen Polizisten?
24:57Schon möglich.
25:01Ah, wo fangen wir an?
25:03Hier um die Ecke ist ein tolles Geschäft, wo Hochzeitsass es warst.
25:06Oh, das kenne ich.
25:07Da gibt es schnäbelnde Tauben als Kerzen.
25:09Stell dir das mal vor.
25:10Wenn die abgebrannt sind, ist dann alles vorbei.
25:13Du wirst doch passen zum Türkans deiner Schwiegermutter.
25:16Weißt du was?
25:16Ich habe überhaupt nichts anzuziehen.
25:19Naja, falls ich überhaupt überhaupt zur dabei sein kann.
25:23Ich kann mir das gar nicht vorstellen, dass du vielleicht nicht dabei sein wirst.
25:27Naja, bis zum Prozess bin ich auf alle Fälle aufrein groß.
25:31Können wir nur hoffen, dass der Termin nach eurer Hochzeit angesetzt wird.
25:34Hm.
25:35Und ich will auch nicht bis auf den letzten Glück erwarten, dass ich das Kleid in dich habe.
25:38Du hast doch tausend Kleider, dein ganzer Schrank ist voll.
25:41Ja.
25:42Und was ist damit?
25:43Niemand kann behaupten, dass der Zwerg sich dünner macht.
25:45Ich glaube, das liegt eher daran, dass du den ganzen Tag Schokolade nicht reinstopfst.
25:48Was soll ich machen?
25:49Das Kind muss glücklich sein.
25:50Genau.
25:53Naja, ein neues Kleid brauchst du jedenfalls nicht.
25:56Gute Idee.
25:57Ich brauche zwei.
25:58Falls ich mich mal umziehen muss, kann ja sein.
26:00Mhm.
26:07Nora von Weiden?
26:09Frau Nowak.
26:10Es gibt's.
26:13Und das steht fest.
26:15Okay.
26:16Ja, danke, dass Sie mich informiert haben.
26:18Wiederhören.
26:20Was ist los?
26:22Ist irgendwas mit Annabelle?
26:24Im Gegenteil.
26:26Ich kann an eurer Hochzeit teilnehmen.
26:29Der Prozestermin ist angesetzt.
26:31Mit einer Woche geht's los.
26:34Nee, ist doch toll.
26:35Ich bin nur in der Hochzeit dabei.
26:37Ja.
26:39Was steht als nächstes auf deiner Hochzeitsvorbereitungsliste?
26:43Ein Kleid für die Trauzeugen kaufen.
26:45Okay.
26:51Und wie hat sie es aufgenommen?
26:52Sie wirkte gefasst.
26:54Ich bin immer wieder erstaunt, wie souverän Nora mit all dem umgeht.
26:57Und dann setz dich.
26:58Magst du was trinken?
26:59Gerne.
27:00Du kannst wirklich stolz auf sie sein.
27:02Ja, das bin ich auch.
27:05Was Nora am meisten belastet, ist der Hass ihrer Mutter.
27:09Ich würde ihr den Prozess gerne ersparen.
27:11Richard, ich werde nicht von ihrer Seite weichen.
27:12Das verspreche ich dir.
27:14Und dabei hätte das alles gestern fast ein Ende gehabt.
27:17Wenn Annabelle und ich nicht zufällig die gleiche Blutgruppe gehabt hätten,
27:20mehr weiß.
27:22Bereust du, dass du ihr geholfen hast?
27:23Nein.
27:25Aber ich glaube, ich kann grundsätzlich nicht zusehen,
27:28wenn jemand in den Tod geht und ich es verhindern kann.
27:30Ich bin nicht wie Annabelle.
27:32Nein, bist du nicht.
27:34Aber seit gestern Nacht muss ich schon oft über die Vergangenheit nachdenken.
27:39Dass Möglichkeiten gegeben hätte, Dinge anders zu tun.
27:43Möglichkeiten wahrscheinlich schon.
27:44Die Frage ist nur, ob wir sie ergriffen hätten.
27:48Naja, es gibt schon ein paar Sachen, die ich bereue.
27:50Du meinst deine Beziehung zu Annabelle?
27:52Nein.
27:53Sonst gäbe es ja nicht Nora.
27:56Nein, ich denke auch nicht an Dinge, die ich getan habe,
27:58sondern an Dinge, die ich nicht getan habe.
28:03Richard, ich kenne dich mittlerweile schon ein wenig.
28:06Du denkst doch an was Bestimmtes, oder?
28:08Hm.
28:10Dass Nora mich gefunden hat, ist ein Geschenk.
28:14Ich habe fast 30 Jahre lang nicht gewusst,
28:17dass ich noch eine Tochter habe.
28:19Plötzlich steht sie vor mir.
28:21Richard, was bereust du, was du nicht getan hast?
28:27Ich weiß von einem Kind, das ich gezeugt habe
28:29und um das ich mich nicht gekümmert habe,
28:32weil ich die Mutter habe gehen lassen.
28:42Entschuldigung.
28:43Schon gut.
28:45Ich habe gerade die Desserts durchgesehen.
28:48Was planen Sie denn heute Abend für Hauptgericht?
28:51Eine Suppe und einen Salat.
28:53Ah, Mediterranean, das passt.
28:55Fräulein van Weiden hat sich nämlich als Dessert
28:57ein Tiramisu gewünscht.
28:58Dann koche ich wohl doch lieber eine deftige Kartoffelsuppe.
29:02Mein Bedarf an Mediterranen ist zurzeit gedeckt.
29:05Ich gehe Ihnen gern zur Hand.
29:06Ich könnte zum Beispiel die Kräuter aus dem Garten holen.
29:09Ja, warum nicht?
29:10Ich bräuchte noch Liebstück.
29:12Ach, vergessen Sie, das mache ich selbst.
29:14Mascarpone, Löffel, Biskets.
29:16Wo haben wir denn eine Amore?
29:19Ich meine den Amoretto.
29:21Hä?
29:22Hier.
29:25Danke.
29:26Und bereiten Sie doch in Zukunft Gerichte zu,
29:28bei denen Ihnen die Namen der Zutaten bekannt sind.
29:37Aber du weißt schon,
29:38dass niemand schöner als die Braut sein sollte.
29:40Also mit dem Kleid
29:41schießt du mir auf meiner Hochzeit die Show.
29:43Ach komm, ich finde das sehr schlicht.
29:45Von was sprichst du genau?
29:47Vom Rocksaum oder...
29:49Ach Mann, das ist mein letzter Auftritt in Freiheit.
29:52Da will ich es doch mal so richtig krachen lassen.
29:59Ich verstehe doch, dass du Angst hast.
30:02Die habe ich auch.
30:03Dabei musst du ins Gefängnis und nicht ich.
30:06Die größte Sorge macht mir der Prozess, nachdem Annabelle mir gedroht hat.
30:10Frau Nubach hat auch schon gesagt, dass ich mich darauf vorbereiten muss,
30:13dass sie mich nach Strich und Faden auseinandernehmen wird.
30:15Du stehst das durch.
30:16Wir sind alle an deiner Seite.
30:18Bis ich ins Gefängnis muss, dann bin ich allein.
30:22Ich weiß gar nicht, was da alles auf mich zukommen wird.
30:26Gefängnis.
30:27Wenn sogar jemand wie Annabelle beinahe daran zugrunde geht.
30:32Ich glaube, ich schaffe das nicht.
30:33Natürlich schaffst du das.
30:35Du wirst stark sein.
30:37Auch für dein Kind.
30:39Und vergiss nicht, du bist nicht allein.
30:45Und du weißt noch nicht mal, ob es ein Junge oder ein Mädchen geworden ist?
30:49Nein, ich habe mein Kind nie gesehen.
30:51Weil die Mutter schon vor seiner Geburt mit mir gebrochen hatte.
30:56Wer ist sie?
30:58Judith.
31:00Judith Wagner, meine zweite Frau.
31:03Die Ehe war von Anfang an schwierig, aber ich glaube, es war meine Schuld.
31:06Ich habe einfach zu viel gearbeitet und Judith vernachlässigt.
31:09Wie lange wart ihr verheiratet?
31:12Nur wenige Monate.
31:14Als Judith schwanger wurde, da habe ich ihr versprochen, mich zu bessern.
31:18Wir wollten eine richtige kleine Familie sein.
31:21Aber das hat nicht funktioniert.
31:24Nein, ich war ständig unterwegs.
31:26Dienstreisen etc.
31:27Kennst du ja.
31:29Und irgendwann hat ihr Anwalt dann die Scheidung eingereicht.
31:32Aber nach dem Trennungsjahr musste euer Kind schon auf der Welt gewesen sein.
31:37Ja.
31:39Ich musste davon ausgehen, dass sie mich nicht mehr sehen will.
31:42Und das habe ich akzeptiert.
31:44Und hat Judith nie versucht, Ansprüche geltend zu machen?
31:48Ich meine, wenn nicht für sich, dann wenigstens für euer gemeinsames Kind?
31:50Nein.
31:53Allerdings hat ihr Anwalt eine relativ großzügige, einmalige Abfindung durchgesetzt.
31:58Wie lange ist das jetzt her?
31:5930 Jahre.
32:02Und du hast dich nie gefragt, was aus deinem Kind geworden ist?
32:06Ich habe es verdrängt.
32:08Bis heute.
32:11Aber du überlegst gerade, ob du wieder Kontakt zu den beiden aufnehmen willst.
32:17Ja, ich denke darüber nach.
32:20Aber ich weiß natürlich nicht, ob Judith diesen Kontakt überhaupt will.
32:23Ja, da hilft nur eins.
32:26Du musst es herausfinden.
32:53Du kommst gerade richtig.
32:54Ich habe was für dich.
32:55Eine Überraschung.
33:00Hier.
33:02Unsere Hochzeitsreise.
33:03Zwei Wochen Malediven.
33:06Das ist ja eine schöne Überraschung.
33:14Aber ich kann nicht unbeschwert den Strand und das Meer genießen,
33:18während meiner Schwester der Prozess gemacht wird.
33:20Während Nora befürchten muss, auf Jahre ins Gefängnis zu gehen.
33:25Simon hat sich solche Mühe mit dieser Überraschung gegeben.
33:28Ich kann die Reise jetzt nicht absagen.
33:31Hey.
33:33Alles in Ordnung?
33:34Freust du dich nicht auf die Reise?
33:36Ich kann nicht mit dir auf Hochzeitsreise gehen.
33:39Zumindest vorläufig nicht.
33:41Aber was ist denn passiert?
33:43Nora hat vorhin erfahren, dass nächste Woche ihr Prozess beginnt.
33:48Aber dann können sie ja unsere Trauzeugin sein.
33:50Das stimmt.
33:52Aber unsere Hochzeitsreise, ich weiß, wie sehr du dich darauf gefreut hast.
33:55Wir haben so lange davon gesprochen, zusammen wegzufahren.
33:58Ja, ist schon klar, dass wir in der Situation nicht auf Hochzeitsreise gehen können.
34:02Du bist nicht enttäuscht.
34:04Natürlich bin ich enttäuscht, aber es ist viel wichtiger für Nora da zu sein.
34:07Und die Malediven laufen uns ja nicht weg.
34:09Und Vorfreude ist bekanntlich die schönste Freude.
34:13Und auf diese Weise können wir uns noch ein paar Wochen länger vorfreuen.
34:25Warum magst du denn deine Erdkundelehrerin nicht?
34:28Die ist immer so streng.
34:29So streng?
34:32Entschuldigung.
34:34Hey, guck mal, wer da ist.
34:35Stopp, stopp, stopp.
34:37Das Fahrradfahren auf dem Bürgersteig ist nur Kindern bis zur Vollendung des 9. Lebensjahres gestattet.
34:42Du, dann machst du dich ein bisschen kleiner, dann gehst du noch für 9 Jahre durch.
34:45Ansonsten ist es auch nicht erlaubt, Personen auf den Gepäckträger mitzunehmen.
34:48Es ist ein Verstoß gegen die Straßenverkehrsordnung und wird mit einem Verwarnungsgeld bestraft.
34:51Und das darfst du einfach so bestimmen?
34:54Ich dachte, du bist doch überhaupt kein Polizist.
34:55Aber ein Ordnungssiebender Bürger.
34:58Das Fahrrad hat ja überhaupt keine Speichenreflektoren.
35:01Du weißt schon, dass die von der Straßenverkehrszulassungsordnung vorgeschrieben sind.
35:04Ja, die muss mir wohl jemand geklaut haben.
35:07Deswegen fahr ich auch auf dem Bürgersteig.
35:09Lass dich nicht verarschen, alles okay.
35:11Oh Mann, außerdem bin ich ja noch gar nicht wieder im Polizeidienst.
35:14Du bist Polizist?
35:16Zumindest bald wieder.
35:17Ich hab gedacht, du meinst es ernst.
35:18Du, wir müssen leider weiter.
35:19Verzieh dich.
35:20Mach's gut.
35:20Ciao.
35:29Ich muss mit Ihnen reden, Frau Landmann.
35:32Wenn es nochmal um Ihre Zwiebelwürfel geht.
35:34Die waren grob und nicht feingehakt.
35:36Es geht nicht um Zwiebeln, es geht um Amore.
35:40Sie wissen schon, jene aus der Luft gegriffene Unterstellung des Herrn Martelli, wir beide wären...
35:45Ja, das weiß ich schon.
35:46Und was ist damit?
35:47Es wäre mir unangenehm, wenn ich dieses Gerücht herumspreche.
35:52Unangenehm?
35:54Was genau wäre Ihnen denn daran unangenehm?
35:57Es geht um meine Berufsehre.
35:59Es ziemt sich nicht für einen Butler, Liebschaften mit dem übrigen Hauspersonal anzuzetteln.
36:07Liebschaften?
36:09Na, davon kann ja wohl keine Rede sein.
36:11Eben.
36:12Also, was genau wollten Sie jetzt damit sagen?
36:16Ich hoffe, Sie haben über diese Angelegenheit, die Verdächtigung von Herrn Martelli, mit niemandem gesprochen.
36:22Sie sind ja nicht das, was man Redescheu nennt.
36:27Ich bin die Verschwiegenheit in Person.
36:30Und was ist mit Ihnen?
36:32Diskretion und Verschwiegenheit gehört zu den höchsten Tugenden eines Butlers.
36:36Na, dann ist ja gut.
36:37Wie ist dieser Martelli nun auf diese Idee gekommen?
36:40Wir haben doch keinerlei Veranlassung zu dem Verdacht gegeben.
36:43Allerdings.
36:45Und wir lassen uns auch von den Hirngespinsten eines Herrn Martelli nicht verrückt machen.
36:49Das wäre ja noch schöner.
37:01Hallo?
37:04Hey, störe ich?
37:06Laura, nein, nein, natürlich nicht.
37:07Komm, setz dich zu mir.
37:14Geht's dir gut?
37:15Mhm.
37:16Geht's so.
37:17Was ist mit dir los?
37:18Wirkst du bedrückt?
37:20Ach, ich...
37:22Ich hab einfach über ein paar Dinge aus der Vergangenheit nachgedacht, die ich heute anders machen würde.
37:26Oh, meine Spezialität.
37:28Ja, und je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr bedrückt mich die Situation.
37:32Ich kann ja das, was ich getan habe, nicht ungeschehen machen.
37:37Man kann nur versuchen, dazu zu stehen.
37:41Und darauf zu hoffen, dass die Menschen, denen man Unrecht getan hat, einem verzeihen.
37:46Ja, bei dir hat das funktioniert.
37:49Beckas und deine Schwester sind jetzt alle auf deiner Seite.
37:52Ja, und dafür bin ich ihnen sehr dankbar.
37:54Besonders Luisa und Simon.
37:56Und deshalb würde ich ihnen so gerne etwas zurückgeben.
38:01Hast du denn schon eine Idee?
38:03Ja.
38:04Ich schaff das nur nicht alleine.
38:07Ah ja.
38:10Sag mir einfach, was ich tun soll.
38:12Ja.
38:34Das war eine gute Idee von dir, den Pfarrer zu fragen, der damals Ben und Nina auch getraut hat.
38:38Er hat so eine schöne Hochzeitspredigt für die beiden gehalten.
38:41Und ich hoffe darauf, dass unsere genauso festlich wird.
38:43Weißt du noch?
38:44Hm.
38:45Auf dieser Hochzeit haben wir das erste Mal miteinander getanzt.
38:48Und mir war damals schon klar, dass ich mein Leben mit dir verbringen möchte.
38:54Wann wollte der Pfarrer eigentlich kommen?
38:56Irgendwann vormittags.
38:58Müssen wir uns denn nicht auf das Trauergespräch vorbereiten?
39:01Worauf denn vorbereiten?
39:02Ich liebe dich, du liebst mich, wir wollen heiraten.
39:06Mehr gibt's nicht zu sagen.
39:07Hoffentlich sieht der Pfarrer das genauso.
39:09Na, ihm wird nichts anderes übrig bleiben.
39:12Luisa Maywald?
39:14Richard?
39:15Was ist denn?
39:17Ist irgendwas mit Nora?
39:20Ja, natürlich kommen wir rüber.
39:21Gut, danke für den Anruf.
39:23Was ist denn los?
39:24Ich weiß auch nicht, irgendwas mit Nora.
39:25Er hat gesagt, wir sollen mal schnell rüberkommen.
39:27Na dann, schnell.
39:35Hallo.
39:36Schön, dass ihr so schnell kommen konntet.
39:37Ja.
39:39Was ist denn eigentlich los?
39:40Dein Vater hat gesagt, es wäre dringend.
39:41Ist es auch.
39:42Ich möchte nämlich was ganz Wichtiges mit euch besprechen.
39:44Ich möchte nämlich nicht, dass ihr meinetwegen auf eure Flitterwochen verzichtet.
39:51Aber...
39:51Woher weißt du das?
39:52Deshalb habe ich euch eine Hochzeitsreise auf die Maldiven gebucht.
39:56Zwei Wochen in einem Fünf-Sterne-Luxushotel.
40:01Das ist wirklich sehr nett, aber wir können das nicht annehmen.
40:04Genau.
40:05Wir werden dich jetzt nicht alleine lassen.
40:07Ja, sowas in der Art habe ich schon erwartet.
40:10Und deshalb habe ich mir überlegt, wenn ich es alleine nicht schaffe, euch davon zu überzeugen,
40:16schaffen wir es vielleicht alle zusammen.
40:27Diese Menschen werden alle für mich da sein, während ihr weg seid.
40:31Also könnt ihr getrost verreisen.
40:32Du weißt, was dir bevorsteht.
40:34Da können wir doch nicht einfach verschwinden.
40:36Doch.
40:37Ihr müsst sogar.
40:38Denn ich könnte es mir nicht verzeihen, wenn eure Hochzeit nicht das schönste Fest überhaupt wird.
40:42Ja, aber das wird sie auch ohne Reise.
40:43Aber zu einer Hochzeit gehört doch eine Hochzeitsreise, oder?
40:46Aber.
40:46Stopp, stopp.
40:47Wir verschieben sie ja nur.
40:49Nein, das werdet ihr nicht tun.
40:50Ich bestehe darauf.
40:52Ich will nämlich nicht länger dafür verantwortlich sein, dass ihr euer Glück nicht genießen könnt.
40:57Also was meint ihr?
40:59Können Simon und Reisa unbeschwert in die Flitterwochen fahren?
41:12Was würdest du sagen, wenn ich dir erzähle,
41:17dass ich noch ein Kind habe?
41:18Und jetzt überlegst du, ob du wieder Kontakt zu Judith und zu deinem Kind aufnehmen sollst.
41:23Es ist von äußerster Wichtigkeit, dass sie jetzt nichts unternehmen,
41:26was ihre Glaubwürdigkeit vor Gericht untergraben könnte.
41:29Wenn wir in eine Polizeikontrolle geraten und die rauskriegen,
41:31dass du gegen deine Bewährungsauflagen verstößt...
41:33Wie groß ist bitte die Wahrscheinlichkeit, dass wir hier auf eine Polizeistreife treffen?
41:36Ich muss mit der Polizei sprechen.
41:41Ich muss mit der Polizei sprechen.
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